SHINO
– B
Der Alltag kehrte
wieder in mein Leben ein. Wie schon damals lag ich auf meinem Platz
in der Sonne und faulenzte. Das Leben war einfach nicht mehr
lebenswert. Saphir war weg und Lura immernoch sauer auf mich. Naja,
mir solls recht sein. Malou legte sich neben mich und fing an zu
schnurren. „Na, wie geht es dir?“, fragte sie. Weil ich soviel
Zeit mit Saphir verbracht hatte, habe ich ganz vergessen nach meiner
Familie zu sehen. Scheint ihnen aber nicht sonderlich viel
ausgemacht zu haben, dachte ich gleichgültig. „Gut und dir?“,
antwortete ich. „Nichts ist gut. Ich sehe doch wenn dich etwas
bedrückt. Möchtest du darüber reden, Shino?“, bot sie mir ihre
Hilfe an. Früher habe ich viel mit Malou unternommen. Ihr meine
Probleme erzählt. Meine Träume. Einfach nur aus dem Grund, weil sie
in dem selben Loch gefangen war wie ich, sie konnte meine Gefühlslage
und Wahrnehmungen der Wirklichkeit nachvollziehen. Aber das war
Früher. Früher ist nich heute. Da war noch alles anders..
Unkompliziert. Aus irgendweinem Grunde, den nichtmal ich erklären
konnte, wollte ich aber nicht mit Malou reden. Also schüttelte ich
nur den Kopf und drehte mich weg. In diesem Moment kam auch Kaito
angesprungen. Etwas stimmte mit ihm nicht, was genau konnte ich nicht
deuten. Lange hatte ich ihn nicht mehr so glücklich erlebt, doch ich
wollte nicht nachfragen. „Mein Glück“ erlaubte mir das
einfach nicht. Kaito blieb auf einmal stehen und starrte mcih
eindringend an. Was hat er auf einmal? Ist was mit mir oder warum
starrt er mich so an? Wut stieg in mir auf, doch als ich seinen
leeren Blick sah, erlosch sie von einem Moment auf den anderen, so
als wäre sie nie da gewesen. Ihn bedrückt etwas. Nur was hatte das
mit mir zu tun? Schenkte ich ihm als Bruder vielleicht zu wenig
Aufmerksamkeit? Fühlte er sich von mir allein gelassen? Es wäre
besser wenn ich das änderte.. Ohne noch weiter zu überlegen sprang
ich auf ihn und wir machten eine Rolle. Zwei. Drei. Dann rappelt er
sich auf und geht in Angriffsposition, genau wie ich. Langsam
umkreisten wir uns und fauchten uns an. Wie ich das nur vermisst
habe! Auch Malou entschied sich mit uns zu spielen. Kaito war stärker
geworden. Noch nie hatte er mich zu Boden gedrückt, immer war ich
der Stärkere von uns beiden. Jetzt war er es. Ich war erstaunt. Was
sich alles in so kurzer Zeit alles verändert hatte. Das war jedoch
nicht die einzige Veränderung. Es gab sogar noch eine viel Größere,
von der ich nun erfahren sollte. Laria und Chaisen kamen
nebeneinander angetrabt. Sie strahlten Freude aus, sehr viel sogar.
Kurz rief Chaisen alle zusammen, während Laria bei uns blieb und uns
anstrahlte. Ich glaube Malou ahnte bereits was uns gleich mitgeteilt
wird, denn auch sie fing an zu grinsen. Bevor ich sie fragen konnte
was überhaupt los sei, standen bereits der ganze Rest des Rudels um
uns herum und schaute die beiden an. Nur meine Mutter war noch nicht
da. Chaisen stellte sich zu deiner Frau und fing an zu reden: „Wir
haben gute Neuigkeiten, die wir beide euch gerne mitteilen würden.
Wir wollten es euch zwar schon früher sagen, aber es gab so viel
Stress, da hat das nicht so richtig reingepasst, deshalb haben wir
bis jetzt gewartet.“ Er schaute Laria an. Alle Augenpaare richteten
sich sofort auf Laria, welche immernoch vor sich hin strahlte. „Ich
bin schwanger“, sagte sie voller Freude und sofort fing das
durcheinander an. „Jetzt werde ich endlich auch Tante! Herzlichen
Glückwunsch Schwesterherz!“, rief meine Mutter, die soeben
angekommen war und sprang auf Laria zu. Das ganze Rudel fing an sie
zu beglückwünschen und freuten sich über den bald kommenden
Nachwuchs. „Seit wann wisst ihr das denn?“, fragte Nero
neugierig. „Seit zwei Wochen steht das jetzt fest“, zwitscherte
Laria und schmiegte sich an ihren Mann. Nero nickte zufrieden. Auch
ich versuchte mir anmerken zu lassen, dass ich mich über den
kommenden Nachwuchs freute, was mir leichter viel als gedacht. Alle
hier waren in bester Laune, alle an einem Fleck versammelt. Aufeinmal
duckte sich Onyx und alle verstummten augenblicklich. Auch ich
lauschte der Stille. Ein leises kaum vernehmbares Beben war zu
spüren. Plötzlich ertönte ein lautes Brüllen. Es war
kilometerweit entfernt, ging aber auch hier durch Mark und Knochen.
Was war da los?
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