Freitag, 26. Juli 2013

(2) KAPITEL 16 - B

SHINO – B

Der Alltag kehrte wieder in mein Leben ein. Wie schon damals lag ich auf meinem Platz in der Sonne und faulenzte. Das Leben war einfach nicht mehr lebenswert. Saphir war weg und Lura immernoch sauer auf mich. Naja, mir solls recht sein. Malou legte sich neben mich und fing an zu schnurren. „Na, wie geht es dir?“, fragte sie. Weil ich soviel Zeit mit Saphir verbracht hatte, habe ich ganz vergessen nach meiner Familie zu sehen. Scheint ihnen aber nicht sonderlich viel ausgemacht zu haben, dachte ich gleichgültig. „Gut und dir?“, antwortete ich. „Nichts ist gut. Ich sehe doch wenn dich etwas bedrückt. Möchtest du darüber reden, Shino?“, bot sie mir ihre Hilfe an. Früher habe ich viel mit Malou unternommen. Ihr meine Probleme erzählt. Meine Träume. Einfach nur aus dem Grund, weil sie in dem selben Loch gefangen war wie ich, sie konnte meine Gefühlslage und Wahrnehmungen der Wirklichkeit nachvollziehen. Aber das war Früher. Früher ist nich heute. Da war noch alles anders.. Unkompliziert. Aus irgendweinem Grunde, den nichtmal ich erklären konnte, wollte ich aber nicht mit Malou reden. Also schüttelte ich nur den Kopf und drehte mich weg. In diesem Moment kam auch Kaito angesprungen. Etwas stimmte mit ihm nicht, was genau konnte ich nicht deuten. Lange hatte ich ihn nicht mehr so glücklich erlebt, doch ich wollte nicht nachfragen. „Mein Glück“ erlaubte mir das einfach nicht. Kaito blieb auf einmal stehen und starrte mcih eindringend an. Was hat er auf einmal? Ist was mit mir oder warum starrt er mich so an? Wut stieg in mir auf, doch als ich seinen leeren Blick sah, erlosch sie von einem Moment auf den anderen, so als wäre sie nie da gewesen. Ihn bedrückt etwas. Nur was hatte das mit mir zu tun? Schenkte ich ihm als Bruder vielleicht zu wenig Aufmerksamkeit? Fühlte er sich von mir allein gelassen? Es wäre besser wenn ich das änderte.. Ohne noch weiter zu überlegen sprang ich auf ihn und wir machten eine Rolle. Zwei. Drei. Dann rappelt er sich auf und geht in Angriffsposition, genau wie ich. Langsam umkreisten wir uns und fauchten uns an. Wie ich das nur vermisst habe! Auch Malou entschied sich mit uns zu spielen. Kaito war stärker geworden. Noch nie hatte er mich zu Boden gedrückt, immer war ich der Stärkere von uns beiden. Jetzt war er es. Ich war erstaunt. Was sich alles in so kurzer Zeit alles verändert hatte. Das war jedoch nicht die einzige Veränderung. Es gab sogar noch eine viel Größere, von der ich nun erfahren sollte. Laria und Chaisen kamen nebeneinander angetrabt. Sie strahlten Freude aus, sehr viel sogar. Kurz rief Chaisen alle zusammen, während Laria bei uns blieb und uns anstrahlte. Ich glaube Malou ahnte bereits was uns gleich mitgeteilt wird, denn auch sie fing an zu grinsen. Bevor ich sie fragen konnte was überhaupt los sei, standen bereits der ganze Rest des Rudels um uns herum und schaute die beiden an. Nur meine Mutter war noch nicht da. Chaisen stellte sich zu deiner Frau und fing an zu reden: „Wir haben gute Neuigkeiten, die wir beide euch gerne mitteilen würden. Wir wollten es euch zwar schon früher sagen, aber es gab so viel Stress, da hat das nicht so richtig reingepasst, deshalb haben wir bis jetzt gewartet.“ Er schaute Laria an. Alle Augenpaare richteten sich sofort auf Laria, welche immernoch vor sich hin strahlte. „Ich bin schwanger“, sagte sie voller Freude und sofort fing das durcheinander an. „Jetzt werde ich endlich auch Tante! Herzlichen Glückwunsch Schwesterherz!“, rief meine Mutter, die soeben angekommen war und sprang auf Laria zu. Das ganze Rudel fing an sie zu beglückwünschen und freuten sich über den bald kommenden Nachwuchs. „Seit wann wisst ihr das denn?“, fragte Nero neugierig. „Seit zwei Wochen steht das jetzt fest“, zwitscherte Laria und schmiegte sich an ihren Mann. Nero nickte zufrieden. Auch ich versuchte mir anmerken zu lassen, dass ich mich über den kommenden Nachwuchs freute, was mir leichter viel als gedacht. Alle hier waren in bester Laune, alle an einem Fleck versammelt. Aufeinmal duckte sich Onyx und alle verstummten augenblicklich. Auch ich lauschte der Stille. Ein leises kaum vernehmbares Beben war zu spüren. Plötzlich ertönte ein lautes Brüllen. Es war kilometerweit entfernt, ging aber auch hier durch Mark und Knochen. Was war da los? 


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