Montag, 29. April 2013

KAPITEL 11

SCARLETT


Nachdem ich meine Wunde versorgt hatte, aß ich etwas und starrte die ganze Zeit auf mein Handy. Ruf an, Nico! Ruf an!, betete ich innerlich. Ich wollte ihn nicht anrufen, was, wenn er gerade im Gespräch mit Mila war? Ich will doch nicht stören. Ruhig Scar, du machst dich nur selbst verrückt. Dann gab ich es auf, auf mein Handy zu starren, und beschloss ein wenig durch die Gegend zu fahren.
Nach 20 Minuten Fahrt, hielt ich einfach mitten auf dem Weg an, fuhr noch ein bisschen aufs Feld damit ich keine anderen Autos blockieren würde, und stieg dann aus.
Ich nahm beide Waffen mit und ging ein bisschen aufs Feld raus. Das Savannengras war sehr hoch, weshalb ich mich quasi durchkämpfen musste. Plötzlich raschelte etwas vor mir. Automatisch zuckte ich zusammen und ging in die Hocke. Am Klügsten wäre es gewesen ab zuhauen, aber ich war einfach zu neugierig. Also schlich ich mich ein bisschen nach vorne und schob das hohe Gras etwas zur Seite. Vor mir erblickte ich einen Tiger. Natürlich, was auch sonst? Er lag ausgestreckt im Gras und seine Atmung ging sehr flach. Vielleicht liegt er im Sterben?, dachte ich. Er könnte mich angreifen, jedoch konnte ich nicht sehen wenn ein Tier leidet.
Ich ging zu ihm, ruhig und langsam. Der Tiger war dunkel braun mit einem rötlichen Stich. Unvermittelt musste ich an Nicos Haare denken. Wie sein brauner Ansatz in die Haarlänge immer dunkler wurde. Ich ging noch ein bisschen näher und sah, dass seine Augen geschlossen waren. Ist er schon tot?, fragte ich mich und strich mit meiner Hand über seinen Hals. Er hatte dort ein paar Kratzer und als meine Finger sein Fell berührten, schlug er die Augen auf und wand sich um mich anzuschauen. Ich schreckte zusammen und ging zwei Schritte rückwärts als ich in seine hell grünen Augen blickte, die mich nun bedrohlich an funkelten. Als er mich genau betrachtete wurde sein Blick ruhiger. Er könnte mich locker töten. Ich habe keine Möglichkeit ab zuhauen – ich sitze in der Falle! Panik stieg in mir auf und ich musterte unsere Umgebung. Er wäre so oder so schneller als ich. Zwar hatte ich meine Waffe, aber ich könnte einfach kein Tier töten. Verzweifelt ließ ich mich ins Gras sinken, wobei meine Waffen auf den Boden fielen und starrte ihn an. Er schrack zusammen und knurrte mich an. Ich stieß die Waffen schnell zur Seite und er musterte mich von oben bis unten wobei er eine Mischung aus Knurren und Schnurren ausstieß. Dann legte er seinen Kopf auf seine Pfoten und schloss die Augen.
Vorsichtig krabbelte ich ein wenig nach vorne. Ich streckte meine Hand aus und hielt sie vor seine Nase. Er öffnete langsam die Augen und schnüffelte an meiner Hand, dann tat er etwas was ich nie von einem Tiger erwartet hätte – er rieb seinen Kopf an meine Hand und schloss dabei wieder seine Augen. Ich kraulte ihn und rückte noch etwas näher an ihn. Er ließ die Augen geschlossen und als ich ihm über den Hals strich, wo die Wunden waren, schlug er die Augen wieder auf und blickte mich an. Ich glaubte daran, dass Tiere Gefühle hatten, und sein Blick stellte dies auch nicht infrage. Ich sah in seinen Augen Erkenntnis, Ruhe und... Vertrauen?
Seine Wunden schienen nicht schlimm und nach eine gefühlten Ewigkeit stand ich langsam auf und wollte zurück zum Auto. Ich war mir nicht sicher ob der Tiger mich gehen lassen würde, jedoch rührte er sich nicht. Erst als ich einen Schritt von ihm wegmachte und meine Waffen nahm, stand er auf und kam in meine Richtung. Sofort blieb ich stehen, aus Angst, dass er mich angreifen könnte. Jedoch tat er nichts. Er setzte sich hin und schaute mich erwartungsvoll an. Ich drehte mich wieder um und ging in Richtung meines Autos. Ich hörte, wie sich der Tiger erhob und mir folgte. Vielleicht will er nur in die Richtung?, dachte und beschleunigte meinen Schritt bis ich zum Auto ankam. Ich setzte mich hinein, startete den Motor und schaute in die Richtung wo der Tiger war. Er saß dort und schaute mir in die Augen. Dann fuhr ich los und bemerkte aus dem Augenwinkel, wie der Tiger loslief. So schnell wie der Jeep. Will er mir bis nach Hause folgen?

Ich konzentrierte mich auf die Straße und kam schließlich Zuhause an. Nachdem ich ausgestiegen war, schaute ich mich um. Er ist weg...
Beruhigt ging in die Wohnung und machte mir etwas zum Essen. Während ich aß kam ich mir seltsam... leer vor. Nico fehlte mir und dieser Tiger hatte irgendetwas an sich... etwas was sehr vertraut war...
Plötzlich hörte ich ein tierisches Brüllen. Ich lief zur Tür, öffnete diese und schaute mich um. Vor meiner Tür saß der Tiger. Er blickt mich aus seinen strahlenden grünen Augen an und musterte mich wieder. Ich lächelte ihn an, worauf er sich hinlegte und mich erwartungsvoll anschaute. Ich ging wieder in den Bungalow, holte ein Steak aus dem Gefrierschrank, wärmte es ein bisschen auf damit es nicht zu kalt war und ging wieder zur Tür. Der Tiger hatte den Kopf auf die Pfoten gelegt, hob jedoch den Kopf als ich zurück kam. Ich warf ihm das Steak hin worauf er es gierig verschlang.
Mehr kann ich für ihn nicht tun. Danach ging ich wieder rein, holte mir ein Buch und setzte mich aufs Sofa. Ich konnte nicht wirklich ruhig lesen, meine Gedanken spielten verrückt. Wieso ist er mir gefolgt? Was will er? Ist er immer noch vor meiner Tür?
Schließlich klappte ich das Buch zu und ging zur Tür. Der Tiger war eingeschlafen. Ich setzte mich zu ihm, lehnte mich an ihn und las weiter. Der Tiger schaute mich einmal kurz an, schloss dann wieder die Augen und fing an gleichmäßig zu atmen.
Es fühlt sich an, als hätte ich seit langem mal wieder jemanden, dem ich vertrauen kann...

Freitag, 26. April 2013

KAPITEL 10

NICO

Ich glaub das einfach nicht! Na warte Mädchen, wenn ich dich gleich sehe wird hier die Hölle los sein! Wut stieg in mir auf. So schnell ich nur konnte sprintete ich zum Rudel, wo ich Mila fand. Feindselig knurrte ich sie an und sie schrack zurück. Mit großen Augen schaute sie mich an. Ich sah Furcht. Was sah sie in mir, dass sie so große Angst hatte? Ich deutete ihr mit mir zu kommen und wir verließen den Dschungel. Am Flussufer blieben wir dann stehen und ich umkreiste sie. Mila nahm ihre Menschliche Gestalt an und fiel vor mir zu Boden. Sanft versuchte sie mir über mein borstiges Fell zu streicheln, doch ich gab ein so bedrohliches Knurren von mir, dass sie zusammenzuckte. Auch ich wurde nun Mensch und wollte schon auf sie los gehen, doch stattdessen kickte ich nur ein paar Steine weg und fuhr mir durch meine Haare.
„Mila, was verdammt hast du dir nur dabei gedacht?!“, schrie ich sie an und sie machte einen Schritt zurück. „Was sollte ich denn sonst noch machen?“, sagte sie unter Tränen. „Ich liebe dich Nico! Du bist mein Verlobter! Denkst du es ist leicht für mich zu sehen, wie ein anderes Mädchen sich an dich ran schmeißt?“, sagte sie weinend und ich konnte sehen, wie schwer es ihr fiel das zu sagen. „Aber deshalb musst du sie ja nicht gleich umbringen!“, schrie ich sie erneut an und stand immer noch unter Schock. „Das hätte ich dir niemals zugetraut Mila“, sagte ich nun etwas ruhiger und mit ernster Miene. Sie versuchte ihre Tränen zu unterdrücken, was ihr aber nicht gelang.
„Es ist aus, Mila. Hörst du? Es ist aus mit uns“, fuhr ich fort und sie starrte mich an. Ich sah, wie ein stechender Schmerz durch sie hindurch drang und sie starrte mich erschrocken an. „Was?“, fragte sie mit piepsender Stimme, in der Hoffnung, ich würde meine Meinung ändern. „Aber..“, erneut liefen ihr Tränen die Wangen runter. „Nein Mila, und schau mich nicht so an. Das was du getan hast kann ich dir einfach nicht verzeihen. Ich liebe Scarlett, nicht dich“, sagte ich kalt und sah, wie Mila weinend zusammenbrach. Eine Weile blieb ich so stehen und schwieg, während Mila Stück für Stück zerbrach. „Wieso? Nico, sag mir wieso?“, brach sie das Schweigen und schaute mich mit ihren verheulten Augen an. Darauf hatte ich keine Antwort. „Wieso?“, fragte sie etwas lauter. Wie gelähmt starrte ich sie an. „Wieso?“, wiederholte sie mit kräftiger Stimme. In diesem Moment kam ein weiterer Tiger, welcher mich bedrohlich an knurrte. Es war Silas, mein Kumpel. Aber er war nicht auf meiner Seite, sondern auf Milas. Ich hatte keine Angst vor Silas, auch nicht, wenn er mir als Tiger überlegener war. Böse funkelte ich ihn an und er legte sich schützend vor Mila, welche immer noch in Tränen versank. Mila fasste Silas vorsichtig ans Fell, wahrscheinlich aus Angst, dass er sie doch noch jeden Moment umdrehen und beißen würde. Doch das tat er nicht. Ruhig blieb er liegen und schaute sie an. Ihr Blick war leer. Als sie mich wieder anschaute und ich sie, fing Silas an zu knurren. Ich verstand, ich war hier nicht erwünscht, also drehte ich mich um und ging.
Doch kaum hatte ich ein paar Schritte gemacht, stand auch Mila auf.
„Nico!“, rief sie. Mittlerweile hatte sie sich etwas beruhigt, ihre Stimme klang laut und ausdruckslos. „Lass gut sein Mila“, sagte ich mit einem kurzen Blick zurück und ging weiter. „Du kannst mich nicht verlassen! Wir sind verlobt, weißt du noch?“, sagte sie siegesicher, doch ich ließ mich nicht davon beeindrucken. „Na und? Wie willst du mich davon abhalten mich von dir zu trennen?“, konterte ich und drehte mich um. Kurz standen wir uns so gegenüber. Zwischen uns befand sich eine große Lücke. Es war aber nicht nur Distanz, sondern auch Sicherheit.
„Ich gehe zu Lucien“, sagte sie nun und ihre Stimme zitterte erneut. Silas schreckte auf und starrte sie durchdringend an. Ich sah wie eine Schockwelle durch ihren Körper floss. Anscheinend konnte sie es selbst nicht glauben was sie da eben gesagt hatte. „Das wagst du nicht“, sagte ich nun etwas erschrocken. Kurz zuckten ihre Mundwinkel nach oben. Nein, ich darf ihr nicht zeigen, dass ich Angst hatte, denn Lucien konnte grausam sein.. Ich schüttelte nur den Kopf und ging.

Am späten Nachmittag hatte sich Milas Drohung erfüllt. Als ich zurück in Richtung Dschungel trottete, erwartete mich Lucien bereits – als Mensch. Er wirkte zornig und sein Blick tötend. Weiter hinten sah ich Felicitas, die vorsichtig aus dem Gebüsch hervor lugte.
Wo warst du?“, fragte er und verschränkte seine Arme vor der Brust. Ich blieb stehen. Sie hatte es also doch getan, dachte ich und konnte es nicht glauben. „Wo warst du?!“, seine Stimme überschlug sich und ich zuckte zusammen. „Weißt du worauf du dich da grade einlässt?“, fragte er mich und machte einen Schritt auf mich zu. „Ich frage dich nur ein einziges mal. Stimmt das was Mila mir eben berichtet hatte?“, fragte er eindringlich. „Ja“, sagte ich und nickte zur Bekräftigung meiner Aussage. Wenn ich mich nicht Irrte, sah ich kurz etwas in seinen Augen aufblitzen, es sah aus wie Feuer. „Noch nie hat jemand sich gewagt, dem Gesetz zu wiedersetzten!“, sagte er aufgebracht. „Dann wurde es langsam mal Zeit!“ Ich musste schlucken. Hatte ich das eben wirklich zu Lucien gesagt? Er war sprachlos. „Deine Gesetzte kannst du dir sonst wohin stecken!“, schrie ich ihn an und es fühlte sich gut an. Auch wenn ich grade angst um mein Leben hatte, tat es gut. Luciens Gesicht lief rot vor Wut an und er war kurz vorm losschreien. Als sich sein schreien in ein lautes, furchterregendes Brüllen verwandelte, fing auch ich an zu brüllen. Er fletschte seine scharfen Zähne und wir umkreisten uns gegenseitig, ohne den Blick voneinander abzuwenden. Ich begann ein knurren von mir zu geben und er erwiderte es. Scheiße, was mache ich hier?, dachte ich und versuchte meine Angst zu unterdrücken.
Lucien musste meine Angst spüren, denn sein grollen wurde lauter und sein Blick giftiger. Plötzlich sprang er mich an und ich dachte er will mich umbringen. Rasch sprang ich auf Seite und konnte so verhindern, dass er mir ins Genick biss. Erneut versuchte er sich auf mich zu stürzen, aber mir gelang es ihn abzurollen und bekam nur ein paar Kratzer ab. Ich ahnte schon, er würde nicht eher aufhören zu kämpfen, bis einer von uns – also ich – am Boden lag. Eigentlich war Lucien ja ein netter Kerl, aber auch sehr aggressiv. Wenn ich schon sterbe, dann wenigsten erst wenn ich alles versucht habe, versuchte ich mir einzureden und baute mich bedrohlich vor Lucien auf. Dann überrannte ich ihn und meine scharfen Krallen verfingen sich in seinem Vorderbein. Nach ein paar Sekunden stand ich wieder gerade und Lucien versuchte sich ebenfalls aufzurappeln. Offensichtlich hatte ich ihm eine tiefe Wunde verpasst, denn diese fing an zu bluten und Lucien konnte nicht mehr richtig auftreten. Ehe er mich wieder angreifen konnte, sprang Felicitas zwischen uns und genau das war meine Möglichkeit zu fliehen.
Ich hörte noch wie Sie brüllte und ich blieb stehen. „Kommst du wieder?“, fragte sie. „Ich weiß es nicht“, sagte ich und lief weiter.

Mittwoch, 24. April 2013

KAPITEL 9

SCARLETT

Ich versuchte normal zu fahren, das gelang mir jedoch nicht sehr gut, da meine Augen mit Tränen benetzt waren. Ich gab es auf und hielt am Straßenrand an. Ich konnte nicht mehr, das war einfach zu viel. Wieso immer ich? WIESO?! Wie konnte ich nur so naiv sein. Ich kenne ihn doch überhaupt nicht. Aber ich hab ihn gern.. Wie gern, weiß ich nicht aber er bedeutet mir sehr viel.. Wieso hab ich ihn nie gefragt ob er eine Freundin hat? Das hab ich nun davon. Schön gemacht Scar. Nun muss ich mir wenigstens keine Gedanken mehr machen ob ich ihn liebe oder nicht. Ist doch nun eh egal. Und dieses Mädchen.. Sie hat mich mit ihren Blicken wohl töten wollen. Sie war geschockt und schien.. eifersüchtig.
Ich wurde durch das Klingeln meines Handys aus meinen Gedanken gezerrt. Ich schaute aufs Handy. 'Nico' zeigte das Display an. Ich drückte ihn weg. Ich konnte gerade nicht reden. Und auf jeden Fall nicht mit ihm. Eine Minute später rief er mich erneut an und ich drückte ihn weg. Dies wiederholte sich fünf mal bis ich mein Handy endgültig ausschaltete.
Ich wischte mir die Tränen weg, versuchte wieder klar zukommen, doch meine Gedanken fuhren Achterbahnen. Ich schmiss das Handy auf den Sitz und lehnte mich an den Jeep. Ich betrachtete die Gegend. Es ist wunderschön hier.. Aber kaum bin ich hier, passiert mir so viel schreckliches. Leon taucht wieder auf, ich scheine mich in einen Typen zu verlieben der eine Freundin hat und ich habe noch kein einziges mal bei der Tierpension vorbeigeschaut um zu helfen. Das sollte ich vielleicht mal nachholen, dachte ich, stieg wieder in den Jeep und gab die Adresse von der Tierpension ins Navi ein.

Eine viertel Stunde später kam ich an der Tierpension an. Ich parkte den Jeep neben zwei weiteren Autos und ging hinein. Hinter einer Theke erblickte ich Laura, welche aufschaute und lächelte. „Scarlett! Schön dich zu sehen. Willst du ein bisschen helfen?“, fragte sie mich und kam hinter der Theke hervor. Ich nickte und folgte ihr einen kleinen Flur entlang. Hinter einer silbernen Tür ging es in den Garten in dem viele Zwinger standen. In ca. 5 von 10 Zwingern waren Hunde drin. „Hier gibt es viele Hunde die einfach ausgesetzt werden. Das sind wenige von ihnen, da dies eine kleinere Pension ist. Wir haben die ersten 3 schon seit sie Welpen waren, sie hören auf die Namen die an den Käfigen stehen und sie sind gut erzogen. Sie verstehen sich auch miteinander, die anderen beiden haben wir jedoch seit kurzem. Sie scheinen Geschwister zu sein und sie sind sehr scheu. Du kannst mit ihnen trainieren und sie pflegen. Wenn sie gut erzogen sind, ist es leichter sie zu vermitteln. Es gibt auch eine Menge Leute die uns unterstützen und auch manchmal Tiere adoptieren. Also beschäftige dich einfach irgendwie mit ihnen“, sagte Laura und ich nickte.
Nachdem sie mir gezeigt hat wo das Futter und die Spielsachen lagen, nahm ich eine Handvoll Leckerlies und ging zu einem von den beiden Käfigen wo Laura meinte, dass sie neu hier waren. In dem Käfig erblickte ich eine braun-weiß gefleckte Hündin, welche mit wedelndem Schwanz auf mich zu kam. Sie steckte die Nase vorsichtig durch die Gitterstäbe und ich hielt meine Hand hin. Nachdem sie mich beschnuppert hatte, öffnete ich den Käfig auf dem 'Luna' stand und sie tapste heraus um mich noch mal vorsichtig zu beschnuppern. Ich hielt ihr ein Leckerli hin welches sie gierig annahm und ich fragte mich ob sie genug zum Fressen bekamen. Luna ging ein Schritt zurück und starrte mich an. Ich streichelte sie langsam über den Kopf, um sie nicht zu erschrecken und spielte ein bisschen mit ihr, was mit einem scheuen Hund recht schwierig war.
Nach ca. einer Stunde war ich kaputt und dachte mir, dass es eine schöne Ablenkung war. Ich brachte Luna noch etwas Wasser und brachte sie zurück in ihren Käfig.
Später verabschiedete ich mich von Laura und fuhr nach Hause.

Ich kuschelte mich in eine warme Decke und setzte mich mit dem Laptop aufs Sofa. Der vertraute, durchdringende Ton von Skype drang in meinen Kopf. Meine Eltern waren online und ich stellte einen Videochat her.
„Schatz! Es ist schön das du dich meldest! Wie geht es dir? Wie ist das Wetter?“, fragte meine Mutter aufgeregt und rief meinen Vater zu sich.
„Mir geht es gut und das Wetter ist fantastisch“, antwortete ich und mir fiel ein, dass ich etwas klarstellen musste.
„Mum, ich bin nicht mehr mit Leon zusammen! Wenn er euch nach irgendeiner Information über mich fragt, bitte sagt ihm nichts“, sagte ich und erinnerte mich daran, wie er mich gegen das Auto gepresst hatte und sofort lief mir ein Schauer über den Rücken.
„Oh! Das wussten wir nicht, entschuldige“, sagte sie und schaute mich mitfühlend an. Ich überlegte ob ich ihr von Nico erzählen sollte, ließ es jedoch nachdem was passiert war.
Ich unterhielt mich noch ein bisschen mit meinem Vater der nun auch ins Bild kam und legte ca. eine Stunde später auf.
Nun saß ich da. Hatte alle informiert das es mir gut geht und doch geht es mir schlecht. Ich konnte einfach nicht aufhören über ihn nachzudenken. So schnappte ich mir mein Handy und schaltete es wieder ein. „3 verpasste Anrufe von Nico mit Mailboxnachrichten“, stand auf dem Display. Ich hielt den Atem an, wählte die Mailbox und als seine Stimme ertönte, atmete ich wieder aus. „Scar, bitte hör mich an! Ich kann dir wirklich alles erklären! Bitte, gib mir eine Chance es dir in Ruhe zu erklären.. Ruf mich zurück! Nico.“ Ich war den Tränen nahe, trotzdem hörte ich mir die zweite Nachricht an: „Scarlett, bitte. Lass und reden. Du bist mir sehr wichtig.. Ruf doch zurück, verzeih mir!“, sagte er. Ich bin ihm wichtig? Augenblicklich musste ich wieder daran denken, wie viel er mir bedeutete. Nun weinte ich. Ich weinte weil ich das Gefühl hatte, dass alles zerstört wäre und mein Leben ein Scherbenhaufen war.
Ich versuchte ruhig zu atmen, was mir jedoch schwer fiel, da die Tränen einfach nicht aufhören wollte zu fließen. „Dritte Nachricht“, sagte das Sprachband als ich die dritte Nachricht abhörte. „Scarlett? Es tut mir Leid, okay? Es tut mir Leid! Aber ich liebe Mila nicht, ich liebe dich! Hörst du? Ich liebe dich!“ Mir stockte der Atem. Ich wollte die Wörter festhalten, sie nie mehr loslassen. Kann ich ihm trauen? Wenn er sie nicht liebt.. Wieso hat sie ihn dann geküsst? Wieso ist er dann anscheinend mit ihr zusammen? Werde ich doch nur verarscht? Das Leben ist so kompliziert.. Er bedeutet mir sehr viel... Verdammt – ich liebe ihn, ok?!, Versuchte ich mir selbst klar zu machen. Dagegen kann ich nichts tun... und wenn er die Wahrheit spricht..? Wie schwer soll das Leben noch werden? Ich komme nach Asien und dann passiert das. In so kurzer Zeit hat er es geschafft, sich in mein Herz zu mogeln. Innerhalb 3 Tagen.
Ich wischte mir die Tränen weg, versuchte mich zusammen zu reißen und wählte seine Nummer. „Scarlett! Gott sei Dank..“
Ich gebe dir die Chance es mir zu erklären. Triff mich am Rand des Berges. An der Stelle wo er am Wald angrenzt“, schnitt ich ihn das Wort ab. Ich versuchte meine Stimme fest und kräftig klingen zulassen, jedoch zitterte sie bei jedem Wort. „Wann?“, fragte er und ich antwortete: „In zehn Minuten.“ Danach legte ich auf, machte mich fertig indem ich mir die Haare kämmte und mir alle Tränen wegwischte bis ich wieder normal aussah, ging danach zum Jeep und fuhr zur vereinbarten Stelle.

Als ich zehn Minuten später ankam, saß Nico schon im Gras am Rand des Berges. Vor ihm lag der Wald. Ich stieg aus und ging zu ihm. Als ich mich neben ihn ins Gras fallen ließ, schaute er mir in die Augen. In ihnen lag soviel Verständnis, Trauer und... Liebe. Ich konnte es einfach in seinen Augen lesen. Er hat nicht gelogen. „Hey..“, sagte ich. „Hey... Du hast alle Nachrichten abgehört?“, fragte er vorsichtig. Ich nickte und er senkte seinen Blick.
Einen Moment später schaute er mich wieder an und ich fragte: „Du wolltest es mir erklären? Dann erklärs mir.“
Mila ist mir seit der Kindheit versprochen. Unsere Eltern haben dies bestimmt und ich kann nichts dagegen sagen. Sie liebt mich... ich sie aber nicht. Ich weiß nicht wie ich es ihr sagen soll, aber ich liebe... dich. Es hat keinen Sinn wenn ich weiterhin mit ihr zusammen sein würde, mein Herz gehört ihr nicht... Ich werde es ihr Heute noch sagen, ich wollte nur, dass du Bescheid weißt“, sagte er und schaute mir in die Augen. Ich wand meinen Blick ab und starrte auf den Wald. Vielleicht wäre das der passende Moment um ihm auch meine Gefühle zu sagen? „Ich ...“, begann ich, wurde jedoch unterbrochen, weil Nico plötzlich meinen Namen schrie und ich einen stechenden Schmerz an der Schulter spürte. Ich war so konzentriert auf Nico, dass ich die Umgebung vergessen hatte. So bemerkte ich nicht wie ein Tiger über mich hinweg sprang und mich im Flug kratzte. Ich schrie erschrocken auf und drückte mit einer Hand auf die Wunde. Der Tiger war ein Stück vor uns gelandet, drehte sich nun um und fauchte mich an.
Mit vor Angst geweiteten Augen starrte ich den Tiger an. Ich kannte ihn... Sie war die Tigerin die ich vor den Wilderern gerettet hatte. Nico sprang auf und stellte sich vor mich. Die Tigerin fauchte weiter und schlug ein paar mal mit den Krallen in die Luft. Hat Nico den gar keine Angst?, dachte ich verwirrt und starrte auf Nico der ungerührt vor mir stehen geblieben war. Plötzlich kam aus dem Wald eine andere Tigerin, sie war dunkler und ein bisschen größer als die, die uns anfauchte.
Ich nahm an das sie der anderen helfen wollte uns anzugreifen, diese griff jedoch die Hellere an. Sie waren wild am kämpfen, Nico schwankte ein bisschen, blieb jedoch vor mir stehen. Die Tigerinnen kämpften weiter. Anscheinend trieb die Dunkle die Helle von uns weg. Ich blieb einfach sitzen, hielt den Atem an und hatte Angst mich zu bewegen. Die Dunkle schlug der Hellen auf den Kopf, fauchte sie an und schlug weiter. Ich glaubte keine Krallen zu sehen, aber die Helle fauchte die Dunkle wütend an, warf uns noch einen funkelnden Blick zu, machte kehrt und rannte davon. Die Dunkle drehte sich zu uns um, setzte sich hin, leckte ich ein paar mal über die Tatze und schaute uns an. Ich war mir nicht sicher, aber ich glaubte Nico nicken gesehen zu haben, denn kurz darauf machte auch die Dunkle kehrt und lief in dieselbe Richtung wie die Helle. Ich stand vorsichtig auf, immer noch die Hand auf die Wunde gepresst die nun blutete, und ging zu Nico. Er schien in Gedanken versunken, als er mich jedoch bemerkte, drehte er sich um und schloss mich in seine Arme. Dabei drückte er auf meine Wunde, wobei ich schmerzhaft die Luft einzog. Schlagartig ließ er mich los und sagte: „Entschuldige. Bist du schwer verletzt?“, „Nein, es geht schon. Tut halt nur noch ein bisschen weh. Was war das gerade?“, ich deutete in die Richtung in die die Tiger verschwunden waren. „Ich... ich weiß es nicht. Du solltest nach Hause fahren. Am Besten sollten wir vergessen was hier gerade geschehen ist. Diese Natur werde ich nie verstehen. Du musst deine Wunde versorgen und ich werde mit Mila reden und mich bei dir melden“, sagte er und schob mich in die Richtung meines Jeeps. Ich wollte ihm nicht widersprechen und blieb also still. Ich setzte mich in meinen Wagen, schnallte mich an und schaute Nico in die Augen. „Ist wirklich alles ok?“, fragte er mich und ich nickte. Ich war im Moment unfähig etwas zusagen. War wie gelähmt von dem Schock. Dann fuhr ich mit dem Jeep auf die Straße nach Hause.
Wieso hab ich immer so viel Pech?! Ich wollte ihm gerade sagen was ich empfinde, aber vielleicht sollte er es doch vorher lieber mit Mila klären. Wie kommt es nur, dass mich plötzlich ein Tiger umbringen will? Wir sollen Tiger schützen, aber irgendwie glaube ich nicht, dass sie so viel Schutz nötig haben... Verdammt! Die Wunde brennt höllisch! Gut das ich gleich Zuhause bin. Aber ist den auch alles mit Nico in Ordnung? Er schien geschockt und verwirrt... Genauso wie ich...

Montag, 22. April 2013

KAPITEL 8 - Teil B

NICO

Wie lange lag ich hier eigentlich schon? Ich sah wie die Sonne langsam unterging. Der Himmel hatte einen Rotton angenommen, welcher immer weiter in ein leichtes Orange überging. Immernoch war es still um uns herum, ich hörte nur Milas und meinen Atem. Seit Stunden hatte sie sich nicht bewegt. Die ganze Zeit über hatte ich sie angeschaut und darüber nachgedacht, wie es wohl weiter gehen würde. Also ich meine das mit uns beiden. Ich sah, wie sie langsam ihre Augen öffnete und mich anblickte. Ihr Blick war verschlafen, ängstlich und doch ein wenig glücklich. „Mila, es tut mir leid“, sagte ich und Sie schüttelte nur ihren schönen Kopf. „Nico, ich liebe Dich.“, sagte sie leise, aber hörbar und schmuste sich an mich.
Als Tiger sagten Gesten mehr als Laute. Allein an der Körpersprache konnte man sehen was der andere denkt. Man musste sich dabei nur in die Augen schauen.. Augen spiegeln die Seele wieder, ich sah in Milas Augen vieles, aber was sah sie in meinen? Wusste sie vielleicht dass ich sie nicht liebte? Ich schaute sie an und sie erwiderte meinen Blick. Ihre Augen füllten sich mit Tränen und ich sah wie eine Träne fiel. „Es tut mir Leid“, wiederholte ich nur und streifte mit meinem Kopf ihren Hals. Eine Weile blieben wir so stehen, bis wir langsam zurück zum Rudel gingen.

Das Essen war bereits zu ende und Ariane kam auf mich zugehüpft. Aber anstatt sie zu Begrüßen knurrte ich nur und sie sprang verschrocken zur Seite. Mit großen Augen schaute sie mich an und ihr Blick durchbohrte mich. Was bin ich eigentlich für ein Mistkerl? Ich war wütend auf mich selber. Kurz schaute ich zurück und entschuldigte mich schnell, ehe ich weiter ging. Dann kam Felicitas auf mich zu und legte mir ein Stück Fleisch vor die Pfoten. Erstaunt sah ich sie an. Sie nickte nur und lächelte. „Danke Felicitas, was würde ich nur ohne dich machen?“, auch ich versuchte zu lächeln, was mir allerdings deutlich schwerer fiel als Ihr. Schnell nahm ich das rohe Fleisch - was noch sehr frisch zu sein schien – und trottete zur Höhle, wo ich Mila sah. Mila lehnte an der Wand. Sie war ganz Ruhig und ihr Blick war ins leere gerichtet. Langsam ging ich auf sie zu und gab ihr das Fleisch. Ich hatte ja sowieso keinen Hunger und sie sah aus, als wäre sie kurz vorm verhungern. Ich legte mich neben sie auf den Boden und schwieg.  
Nachdem sie aufgegessen hatte, schaute sie mich erneut an. „Du bist mein, vergiss das nicht.“
Ich nickte kurz und schaute auf den Boden, doch Ihr Blick ruhte weiterhin auf mir. Ich konnte spüren, wie sie mich musterte und sie musste dabei lächeln. „Du bist mein“, flüsterte sie erneut, kuschelte sich an mich und schlief ein.
Nun lag ich da, mit Mila an meiner Seite. Eigentlich so wie Immer, das war nichts besonderes, aber heute fühlte sich das alles ganz anders an. Es war falsch. Was tue ich hier eigentlich? Nicht nur dass ich Mila unglücklich mache, ich bringe auch Scarlett in Gefahr..
Ich sah wie Lucien am Eingang der Höhle stehen blieb und mich anschaute. Dann wanderte sein Blick auf Mila, die lächelte. Lucien nickte nur und sein Blick wirkte mahnend. „Pass auf Sie auf.“, sagte Lucien und ging wieder.
Es ist ein ewiges Dilemma, mein Leben. Werde ich jemals glücklich sein bei Mila? Oder vielleicht brauche ich Scarlett? Aber wir würden niemals zusammen sein können, Sie würde sterben.. Es ist unnötig mir Hoffnungen zu machen, dass ich jemals mit ihr zusammen sein würde, wir sind einfach zu verschieden. Sie passt nicht in mein Leben, es ist zu gefährlich, ich würde sie nur in Gefahr bringen.. Scheiße ist das alles. Einfach nur Scheiße.

Am nächsten Morgen wurde ich von Silas geweckt. Mila war bereits verschwunden. Silas gab mir ein Zeichen, dass er in der Werkstatt auf mich warten würde. Ich musste gähnen und mich strecken. Noch total verschlafen trabte ich zum Fluss, um mich sauber zu machen und um was zu trinken. Zwar hasste ich es, wenn mein Fell nass wurde, aber ungepflegt wollte ich auch nicht unbedingt rumlaufen. Nachdem ich ein Stück geschwommen bin und mir zwei Fische gefangen hatte, stieg ich aus dem Wasser heraus und schüttelte die Tropfen ab. Die Morgensonne schien auf mein Fell und ein kühler Wind wehte um mich herum. Eigentlich war das der perfekte Morgen, aber ich konnte mich einfach nicht an ihm erfreuen. Auf dem Weg zur Werkstatt war dann mein Fell bereits getrocknet und aufgebauscht. Ich musste grade aussehen, wie so ein Pudel. Na Super, dachte ich nur und nahm meine Menschliche Gestalt an. Mit schnellen Schritten ging ich noch die restlichen paar Meter bis zur Werkstatt, wo Silas bereits ein Gespräch mit einem jungen Mann führte. Ich kam grade auf ihn zu, als er den Mann verabschiedete. „Da bist du ja endlich!“, rief er mir zu und klopfte mir auf die Schulter. „Alles in Ordnung bei dir? Der Mann hat eben seinen Truck gebracht, er hatte einen krassen Unfall, der Motor ist jedenfalls hin. Es muss bis Morgen früh fertig sein, also komm, beweg dich!“, sagte Silas und musste lachen. Außer einem einfachen „Mhm“ brachte ich nichts hervor. Wie konnte er nur so gut gelaunt sein? Am besten ich vergesse einfach alles für eine Weile und widme mich ganz der Arbeit. Gesagt, getan. Zusammen mit Silas brachten wir den Truck in die Halle und nahmen ihn erstmal auseinander. Der Motor rauchte noch und die Vorderreifen waren total platt. Dazu kamen noch eine verbeulte Tür, kaputte Fenster und eine Fehlende Stoßstange. Auch die Kupplung funktionierte nicht mehr gut. Es war eigentlich so gut wie unmöglich die alles zu zweit an nur einem einigen Tag zu schaffen, doch wir gaben unser Bestes.
Gegen Mittag kam dann auch Mila vorbei. Sie trug eine Hotpans und ein enges schwarzes Top. Ihre langen Hellbraunen Haare trug sie Offen, mit einer leicht rosanen Blume im Haar. Als sie mich sah, ging sie etwas schneller und fiel mir um den Hals. „Hallo Nico“, sagte sie lächelnd und küsste mich. „Du siehst wunderschön aus“, erwiderte ich und erzwang ein lächeln. Auch Silas kam hinzu und Begrüßte Mila freudig mit einer Umarmung. „Hey Schöne, was führt dich hierher?“, versucht er sich bei ihr ein zu schmeicheln. Mila musste kurz lachen. „Ich wollte schauen was ihr so macht und euch meine Hilfe anbieten. Habt ihr Hunger? Ich habe euch Brote und Obst mitgebracht.“
„Na Klar!“, rief Silas. „Und Hilfe können wir immer gut gebrauchen“, fügte ich noch rasch hinzu und wir setzten uns an einen Tisch in der Halle.
Zusammen redeten wir, lachten und ich schloss Mila in meine Arme. Ich musste mich einfach daran gewöhnen, meine Zeit nur noch mit ihr zu verbringen. Schließlich wollten es unsere Eltern so und daran war auch nichts mehr zu ändern.. Trotzdem fühlt es sich falsch an! Erneut stieg Wut in mir auf. Wieso haben die das einfach so über ihren Kopf hinweg entschieden? Ist ja nicht so als wäre das meine Zukunft, dachte ich und wollte am liebsten etwas Kaputt schlagen, doch ich versuchte es zu unterdrücken. Stattdessen drückte ich Mila näher an mich. Silas' Blick ruhte auf mir. Er versuchte zu lächeln, aber ich sah dass ihn etwas bedrückte. Mila erzählte irgendetwas, und Silas nickte ein paar mal, obwohl es nicht so aussah, als würde er ihr zuhören.
„Nicht wahr, Schatz?“, fragte sie mich letztendlich und ich wusste nicht was ich darauf antworten sollte. Zum Glück klingelte in genau diesem Moment mein Handy. Ich stand auf und ging ein paar Schritte weiter weg.
„Hey Scar“, sagte ich kurz und ich spürte, wie Mila mich anstarrte. „Wer ist Scar?“, fragte sie Silas und man konnte deutlich raushören, dass sie eifersüchtig war. Ich ging noch ein paar Schritte weiter. „Nein, tut mir Leid, ich kann grad nicht“, antwortete ich Scar. „Mit wem redet er da?“, fragt Mila aufgebracht. „Was? Nein, ich kann grad wirklich nicht..“, sagte ich, aber es war wohl hoffnungslos es ihr auszureden. „Ja, ich bin in der Werkstatt. Okay. Dann bis gleich“. Kurz blieb ich stehen und legte dann auf. Scheiße, dachte ich mir nur. Mila kam stand auf und ich ging auf sie zu.
„Ist alles in Ordnung? Und wer ist Scar?“, fragte sie mich, doch ich zuckte nur mit den Schultern.
Eine Weile blieben wir so stehen, während Silas sich wieder dem Truck widmete.
Von Weitem hörte ich einen Motor, wessen Geräusch immer deutlicher zu hören war. Anscheinend hatte auch Mila gemerkt, dass da ein Auto kam und sie schaute zur Einfahrt. Scarlett fuhr herein und war grade am aussteigen, als Mila sich demonstrativ neben mich stellte. Ich konnte spüren, dass es ihr was ausmachte, dass ein weiteres Mädchen sich auf dem Gelände befand.
Scar stieg aus und lächelte mich an. Ich lächelte zurück. In diesem Moment nahm Mila meine Hand und schaute mich an. „Wer ist dieses Mädchen?“, fragte sie mich und ich hatte das Gefühl, dass sie Scar gleich beißen würde, wenn sie nicht auf der Stelle wieder verschwindet. Kurz schaute ich sie an und wusste nicht was ich darauf antworten sollte. Als ich wieder zu Scarlett schaute, war sie stehen geblieben und starrte uns einfach nur an. Erst mich, dann Mila, dann wieder mich. „Scarlett“, rief ich ihr zu und mir fehlten einfach die Worte. In diesem Moment drückte mir Mila einen Kuss auf meine Lippen und schaute mich dann erwartungsvoll an. Doch ich musste einfach zu Scarlett schauen. Sie stand da wie erstarrt und wusste nicht mehr was sie sagen sollte. Ich sah wie sich ihre Augen mit Tränen füllten. Schnell versuchte ich mich von Mila weg zu zerren, doch Scarlett schüttelte nur den Kopf. „Scarlett, warte bitte!“, rief ich zu ihr herüber und ging auf sie zu. Doch sie machte nur einen Schritt rückwärts. „Nico, wer ist dieses Mädchen?!“, fragte Mila mich mit stolzer und lauter Stimme. Das war zu viel. Ich sah, wie es Scarlett verletzte mich mit ihr zu sehen. Sie drehte sich um und lief zurück zum Auto. Mein Schritt beschleunigte sich, ich lief Scar hinterher. Bevor sie einstieg wandte sie sich noch einmal an mich: „Du hast also keine Zeit? Ich verstehe, ich möchte nicht weiter stören!“ Ihre Stimme zitterte, aber sie war dennoch kräftig.
Ich stand vor ihrem Jeep und sie startete den Motor. „Scar, lass es mir dir bitte erklären! Warte doch!“, rief ich und sah, wie eine Träne an ihrer Wange herunterrollte. Ich sah Wut. Wut und Enttäuschung. Sie drückte auf das Gaspedal, was dazu führte, dass ich zurücksprang. Schneller als erlaubt fuhr sie weg. Sofort holte ich mein Handy und wählte ihre Nummer. Bitte Scar, geh ran!
Es klingelte, dann Drückte sie mich weg. Ich rief erneut an und wieder drückte sie mich weg.
„Scheiße man!“, schrie ich und warf mein Handy auf den Boden. Mila starrte mich entsetzt an und auch Silas hatte davon mitbekommen.  
„Was willst du eigentlich? Was willst du von mir?!“, fuhr ich Mila an. Sie war den Tränen nahe. Erschrocken starrte Silas mich an und wollte was sagen, aber er brachte es nicht über die Lippen. Ich drehte mich um, hob mein Handy auf und verwandelte mich in meine tierische Gestalt.
Ohne zu wissen wohin, rannte ich einfach. Wie so oft rannte ich davon. Mir reichte es langsam, das Leben fickt mich wo es nur kann. Ich brüllte, während ich rannte. Dann noch einmal und noch einmal. Ich brüllte mir mein Leid aus der Seele und sah verschrockene Tiere vor mir zur Seite springen, doch mir war grad nicht nach jagen. Am Gipfel eines Berges blieb ich dann doch letztendlich atemlos stehen und wurde wieder Mensch. Hier war ich allein und hier würde mich vorerst auch niemand finden.
Erneut versuchte ich sie anzurufen. Doch erneut drückte sie mich weg. Das ging noch fünf mal so weiter, dann schaltete sie ihr Handy ab und es ging die Mailbox an.
„Scar, bitte hör mich an! Ich kann dir wirklich alles erklären! Bitte, gib mir eine Chance es dir in Ruhe zu erklären.. Ruf mich zurück! Nico“, sprach ich auf das Band.
Nach einigen Minuten rief ich erneut an und hinterließ noch eine Nachricht: „Scarlett, bitte. Lass und reden. Du bist mir sehr wichtig.. Ruf doch zurück, verzeih mir!“
Es vergingen keine fünf Minuten, als ich erneut bei ihr anrief. Wie auch nicht anders erwartet, ging nur die Mailbox an. „Scarlett? Es tut mir Leid, okay? Es tut mir Leid! Aber ich liebe Mila nicht, ich liebe dich! Hörst du? Ich liebe dich!“, sagte ich und legte auf.
Ich liebe dich. Hatte ich das eben wirklich gesagt? Ja, ich hatte es gesagt und ich meinte es auch so.
Ich liebe dich“, flüsterte ich und schaute dabei auf ihre Nummer in der Hoffnung, sie würde mich zurückrufen..

Samstag, 20. April 2013

KAPITEL 8 - Teil A


NICO

„Da ist jemand für dich“, sagte Scarlett und zeigte auf Silas, welcher mir einen bösen Blick zuwarf. Sofort verzog ich mein Gesicht und wurde mir meiner Schuld bewusst. Ich war diese Nacht nicht im Dorf gewesen, keiner wusste wo ich war. Stattdessen war ich bei Scarlett. Ob Lucien das mitbekommen hatte? „Ich denke ich muss gehen“, sagte ich und umarmte Scarlett. „Wenn etwas ist, du kannst dich immer bei mir melden!“, murmelte ich in ihr Ohr und drückte sie kurz näher an mich. Es tat so gut sie in meinen Armen zu haben, sie bei mir zu spüren – auch für nur eine Sekunde. Am liebsten würde ich jetzt bei ihr bleiben, aber das geht ja nicht.
Silas war sauer- und das zu Recht. Bevor er mich aus dem Bungalow zerrte, schaute ich Scarlett noch einmal ganz genau an und lächelte. 
Ich zog die Tür hinter mir zu und Silas zerrte mich noch ein paar Meter weiter, bevor er sich an mich wandte. „Du kannst dir garnicht vorstellen wie viel Glück du hast, dass ich dich noch vor Lucien gefunden habe!“, er blieb stehen und schubste mich auf Seite. „Was hast du dir eigentlich dabei Gedacht?“, fuhr er mich an. „Scar brauchte mich!“, antwortete ich und er blieb stehen und starrte mich durchdringend an. Ich sah ein funkeln in seinen Augen, das selbe funkeln, welches Leon zu sehen bekam. Und auch wenn ich wusste dass ich stärker war als Silas, hatte ich dennoch großen Respekt vor ihm.  
„Hast du eigentlich eine Ahnung wie es Mila grad geht? Oder vorallem wie es ihr gehen wird wenn sie erfährt, dass du bei einem fremden Mädchen geschlafen hast?!“ Ich versuchte seinem Blick stand zu halten. „Oder Ariane? Du bist alles was sie noch hat! Sie dachte du wärst tot!“
Das war zu viel. Ich wendete meinen Blick ab und starrte auf den Boden. Wut stieg in mir auf. Was wisst ihr denn schon? Wieso sollte ich an die anderen denken, wenn keiner an mich denkt. Wieso fragt keiner was ICH will? Ich hielt es einfach nicht mehr aus. „Du verstehst das einfach nicht. Ihr alle versteht es nicht!“, schrie ich ihn an, kickte einen Stein weg und fiel zu Boden.
So schnell ich konnte rannte ich - und ich rannte wirklich schnell. Aber das war mir immernoch zu langsam.
Als ich dachte ich sei weit genug gerannt, ließ mein Tempo ab und ich schmiss mich ins trockene Savannengras. Die Sonne schien mitten in mein Gesicht und ich brüllte so laut ich konnte, was ein Fehler war. Ich sah Gazellen an mir vorbei hüpfen, und verschreckte Vögel auffliegen.
Ein Schuss war zu hören. Und es knallte noch einmal und nocheinmal. Anscheinend waren Wilderer auf der Suche nach Beute. Scheiße. Wenn die mich jetzt sehen, bin ich tot. Panik stieg in mir auf. Neben mir raschelte etwas, ich hielt meinen Atem an und lauschte.
„Hey Joe, da vorne hat sich etwas bewegt!“, sagte der eine zum anderem und ich hörte Schriite auf mich zu kommen. Ein Gewehr wurde entsichert und die Schritte wurden langsamer, vorsichtiger.
Ich traute mich gar nicht mehr zu Atmen. Plötzlich rannte ein kleines Erdmännchen aus dem Gras und wurde angeschossen. Trotz der Schusswunde am rechten Hinterbein rannte es um sein Leben.
Aufeinmal sprang ein Tiger auf das Erdmännchen zu und ein weiterer Schuss war zu hören.
Ich wollte mich vergewissern wer dieser Tiger sei und lugte vorsichtig aus dem Gras hervor.
Zwei große und starke Männer hatten es geschafft, diesen in einen kleinen Käfig zu sperren.
Oh nein. Das ist doch nicht etwa.. Mila! Scheiße, ich muss ihr helfen!
Mila brüllte bedrohlich und versuchte mit ihren messerscharfen Krallen die beiden Wilderer zu kratzen, doch diese lachten sie nur aus. Sie fauchte und drehte sich ein Paar mal.
Dann wanderte Ihr Blick zu mir und ich sah ihre Augen, voller Angst.. Eine Sekunde lang blieb ich wie Erstarrt stehen und starrte sie einfach nur an. Mila, dachte ich und Sie verstand. Sie war so gut wie tot. Es war so gut wie unmöglich zu fliehen, doch ich stürzte mich auf einen von den Männern und dieser blieb bewusstlos am Boden liegen. Der Käfig fiel zu Boden und Milas Vorderbein verfing sich im Gitter. Der zweite Mann zuckte sein Gewehr und ich rannte davon – sein Schuss ging nur knapp an mir vorbei. Ein weiterer Schuss folgte, der mich am rechten Hinterbein traf, doch ich schaffte es grad noch so zurück ins hohe Savannengras, wo ich mich niederließ. Mein Bein blutete und schmerzte. Ich hörte die Männer fluchen und Mila fauchen. Plötzlich ertönten Zwei weitere Schüsse und erneut war zu hören, dass der Käfig zu Boden fiel. Ich konnte zwar nichts sehen, aber dennoch hören. Erneut ein feindseeliges Fauchen von Mila, hastige Schritte und Automotoren. Dann war es wieder ganz still und ich hörte nur noch meinen Atem. Wo waren alle hin? Vorsichtig schaute ich erneut in die Richtung von Mila. Sie lag regungslos auf dem Boden und ich sprintete sofort zu ihr.
Gott sei Dank, du atmes noch! Langsam ließ ich mich neben ihr nieder und wartete bis sie aufwachte. Es war so still um uns herum. Irgendetwas war hier nicht in Ordnung.

Mittwoch, 17. April 2013

KAPITEL 7

SCARLETT

Nachdem wir rein gegangen waren, setzte ich mich auf das Sofa und Nico setzte neben mich. Er guckte mich nachdenklich an während ich am ganzem Leib zitterte. Wie kann Leon mir das nur antun? Ich dachte ich bedeute ihm was. Oh Gott, wie konnte ich nur so falsch liegen?! Gut das Nico da war, was wäre sonst passiert? Ich will es gar nicht wissen. Und dann hat er mich auch noch geküsst.. Es war nur flüchtig, aber trotzdem fühlte es sich.. richtig an. Nicht so wie früher bei Leon. Geschweige denn von dem aufgezwungenen Kuss vorhin. Ich will im Erdboden versinken. Wie viel bedeute ich Nico überhaupt? Ich sollte es einfach vergessen, immerhin war es ein Notfall.
Nico stand auf und kam mit einer Decke wieder, welche er um mich wickelte. Dann zog er mich in seine Arme und strich mir übers Haar, während er mich fragte: „Besser?“
Ich nickte nur und kuschelte mich ein. Er lehnte sich zurück und schloss die Augen. Nach ca. 10 Minuten spürte ich seinen gleichmäßigen Atem und auch ich schlief langsam ein.

Am nächsten Tag wachte ich in Nicos Armen auf. Er atmete noch ruhig und gleichmäßig, also nahm ich an der er noch schlief und ging leise zur Küchenecke um ihn nicht zu wecken. Ich machte Spiegeleier mit Toast und ging damit zu Nico. Vorsichtig schüttelte ich an seiner Schulter und er schlug die Augen auf. Lächelnd fragte ich ihn: „Na, gut geschlafen?“
Er setzt sich aufrecht hin und meint: „Sollte ich nicht dich das fragen?“
Ich setzte mich neben ihn und gab ihm das Frühstück. „Womit hab ich das den verdient?“, fragte er mich mit einem Grinsen im Gesicht. „Dafür, dass du bei mir warst und mir geholfen hast“, ich lächelte zurück. „Das war doch selbstverständlich“, sagte er und zwinkerte mir zu.
Ich betrachtete Nico. Seine Haare hatten eine Sturmfrisur, welche am Ansatz sehr dunkel war und sonst braun bis dunkelbraun. Er hatte hell grüne Augen aus denen er mich nun anstrahlte. Ich lächelte und zuckte zusammen als es an der Tür klingelte. Auch Nico schien erschrocken. Ich hielt einen Moment inne, stand dann auf und ging zur Tür. Es ist ganz bestimmt nicht Leon. Der würde sich doch nicht mehr hier blicken lassen, dachte ich hoffnungsvoll und machte die Tür auf. Vor mir stand der andere Mechaniker von damals. Ich glaube er hieß Silas. „Hallo. Entschuldigung das ich so früh störe. Aber ist Nico hier?“, fragte er. „Ähm.. Ja“, sagte ich und musterte ihn. Er hatte hell braune kurze Haare und hell braune Augen. Ich drehte mich um und ging zu Nico, Silas wartete an der Tür. „Da ist jemand für dich“, sagte ich und Nicos Miene wurde ernst. „Ich denke ich muss gehen“, sagte Nico und umarmte mich. „Wenn etwas ist, du kannst dich immer bei mir melden!“, murmelte er in mein Ohr und drückte mich für eine Sekunde fester ans sich, jedoch nicht so als könnte er mich verletzen, eher so als wäre ich aus Glas und er hätte Angst mich zu zerbrechen. Dann hielt er mich eine Armlänge von sich entfernt, musterte mich als ob ich jeden Moment zusammenbrechen könnte und ging dann zur Tür.
Silas funkelte ihn böse an, packte ihm am Arm und zog ihn mit sich. Während Nico weggezogen wurde, packte er mit einer Hand die Tür und zog diese zu.
Wahrscheinlich ist er zu spät zur Arbeit, dachte ich und ging mich anziehen.
Nachdem ich fertig war ging ich zum Jeep und fuhr ein bisschen durch die Gegend. Plötzlich sah ich ein paar Wilderer, welche einen großen Käfig trugen. Dort drin befand sich eine helle Tigerin mit hell braun-rötlichen Augen. Sie fauchte und schlug kräftig mit dem Schwanz. Ich hielt an, stieg aus und packte die Waffe. Damit schoss ich in den Himmel, worauf die Wilderer erschrocken den Käfig fallen ließen. Ich zielte auf sie um sie zu verscheuchen, was mir auch gut gelang. Sie ließen den Käfig einfach liegen, rannten zu ihm Auto und fuhren im Eiltempo weg.
Ich nahm das Betäubungsgewehr und ging damit zum Käfig. Die Tigerin guckte mich mit vor Schreck aufgerissen Augen an und ich schoss ihr ins Becken, worauf hin sie umfiel und anfing zu schlafen. Ich machte den Käfig auf, zog die Tigerin raus und untersuchte sie. Sie war unverletzt, hatte jedoch ein paar filzige Stellen im Fell, welche wahrscheinlich vom Käfig verursacht wurden. Ich holte eine Bürste, zog ihr den Betäubungspfeil raus, kämmte ihr Fell bis es wieder schön glatt war und streichelte ihr einmal über die Schnauze. Sie ist wunderschön, dachte ich. Danach ging zu meinem Auto und fuhr nach Hause.

Montag, 15. April 2013

KAPITEL 6

NICO

Nachdem ich sie zurück nach Hause geführt hatte, fuhr ich wieder in die Werkstatt, um dort mein Auto zu parken. Danach lief ich den Rest noch zu Fuß. Als ich am Graben angelangt war, fiel ich zu Boden und sprang - so elegant ein Tiger auch springen konnte - über den Graben hinweg. Auf allen Vieren trabte ich dann Quer durch den Dschungel, bis ich endlich am Rudel angelangte. Ohne den anderen Beachtung zu schenken, trottete ich bis zur Höhle weiter, wo ich mich niederließ.
Ich legte meinen Kopf auf meine Pfoten und schloss meine Augen.
Was soll ich nur tun? Scarlett ist so ein bezauberndes Mädchen, ich freue mich schon auf den morgigen Tag. Meine Einsamkeit wurde unterbrochen und ein weiterer Tiger nahm neben mir platz. Natürlich war es niemand anderes als Mila, die sich an mich schmiegte. Eigentlich war ich Ihr bereits versprochen, so hatten es unsere Eltern angeordnet, aber ich Liebte sie nun mal nicht, dabei war sie die schönste Tigerin des ganzen Rudels. Ich spürte, wie Mila sich immer mehr an mich schmiegte, und ich gab ein leichtes Knurren von mir, was sie aber nicht abschreckte. Also beschloss ich einfach aufzustehen und verließ die Höhle. Mein Blick wanderte über das Rudel. Lucien lag auf einem Felsen und schaute auf sein Rudel herab. Ohne Frage, er war hier der Chef. Weiter hinten sah ich Ariane, meine kleine Schwester, wie sie mit Karr und Lorro herum tobte. Mein Großvater Salio lag mit Scuro, einem netten alten Tiger, gemütlich in der Sonne. Meine beste Freundin Felicitas lag neben ihrem Verlobten Trie und drei weiteren Tigerinnen. Aber wo war Silas?
Wahrscheinlich war er auf Jagd gegangen. Ich beschloss ihm nachzulaufen und ihm zu helfen. Und Tatsächlich, ich fand ihn auf einem weiten Feld, wo er gerade eine Gazelle beobachtete.
Vorsichtig schlich ich mich zu Silas, der mich nur fragwürdig anschaute. Ich nickte nur und machte einen großen Bogen um die Gazelle. Als ich sah, wie Silas langsam aus seinem Versteck hervor kam, so tat ich dies auch. Wir wurden immer schneller und waren fast bei der Gazelle, als diese – zu ihrem Pech – uns zu spät bemerkte. So schnell die konnte hüpfte sie davon, aber es war zu spät; Silas sprang sie gerade an und biss ihr mit ganzer Kraft ins Genick. Sie schrie kurz auf, quengelte etwas herum und gab einen letzten erstickenden Laut von sich. Sie war tot.
Ich schaffte das tote Tier mithilfe von Silas zum Rudel. Sofort sprangen alle auf uns zu und beanspruchten einen Teil für sich. Karr kam als Mensch, was ihn fast hätte das Leben kosten können, wäre seine Mutter Zara nicht an seiner Seite gewesen.
Tiger Jungen fällt es noch schwer, ihre Verwandlung zu kontrollieren.
Nachdem alle zu Mittag gegessen hatten, nahmen alle wieder ihre Ursprüngliche Position ein.
Ich ging aber zum Fluss und Felicitas folgte mir.
Ihre Augen waren voller Sorgen und sie umkreiste mich. Aber statt ihr eine Erklärung zu geben, schüttelte ich lediglich den Kopf, trank einen Schluck Wasser und wandte mich ab. Mit hastigen, aber dennoch eleganten Schritten lief ich hinaus aus dem Dschungel und sprang erneut über den Graben, wo ich dann auch wieder meine menschliche Gestalt annahm.
Ich muss hier raus, einfach nur raus, dachte ich und zuckte mein Handy, um Scarletts Nummer zu wählen.
„Hey, störe ich gerade?“
„Nein, nein, tust du schon nicht. Was gibt's denn?“
„Was machst du grade?“
„Nichts, wieso denn?“
„Hast du vielleicht Zeit für mich? Ich hole dich nämlich jetzt ab.“
„Wie kann ich da noch nein sagen? Gut, dann bis gleich“, sagte sich lachend und legte auf.

Als ich nach zehn Minuten fast da war, hörte ich plötzlich einen lauten Schrei. Sofort erkannte ich dass es die Stimme von Scarlett war und rannte so schnell ich konnte. Es folgte ein weiterer, abgedämpfter Schrei und ich beschleunigte mein Tempo.
Einige Augenblicke darauf erblickte ich einen Mann vor Scarletts Jeep – und er drückte sie grade gewaltsam gegen ihr Auto und küsste sie dabei. Wut stieg in mir auf und ich wollte schon los brüllen. „Hey, lass sie sofort los!“, rief ich und man konnte deutlich ein Knurren in meiner Stimme entnehmen. Doch dieses Schwein dachte noch nicht einmal mehr daran. Ganz im Gegenteil, er presste sie noch mehr gegen den Jeep und ignorierte mich.
Ich raste auf ihn zu und zerrte ihn von Scar weg, die weinend zu Boden fiel.
Er versuchte gerade auszuholen um mich zu schlagen, doch ich wehrte seine Faust mühelos ab.
„Verpiss dich, du hast hier nichts verloren!“, fuhr er mich an und versuchte es ein weiteres mal, doch ich war wieder schneller als er. Das war genug. Jetzt schlug ich zurück und er taumelte etwas, kurz darauf lag er am Boden. Er versuchte sich wieder aufzurappeln und meine Faust traf mitten in sein Gesicht. Er schrie kurz auf und ging wieder auf mich los. Erneut schubste ich ihn weg und half Scar auf, welche sich an meinen Oberarm klammerte und weinte.
„Lass meine Freundin in Ruhe!“, schrie ich ihn an. „Was willst du überhaupt von ihr?!“
Sie blickte mich verirrt an und mein Arm umfasste schützend ihre Taille. „Deine Freundin? Scarlett ist meine Freundin und du lässt deine Finger von ihr!“, schrie er und funkelte mich böse an. Ohne nachzudenken was ich da überhaupt tat, küsste ich Scarlett einfach.
„Na warte“, knurrte der Mann mich an und ging erneut auf mich los. Ich funkelte ihn böse an und plötzlich blieb er stehen. Er sah mir in die Augen und ich konnte seine Angst spüren. Er machte einen Schritt nach vorne und ich fing an zu knurren. Und das gab ihm den Rest, denn er drehte sich um und lief, nein er rannte weg.
Behutsam nahm ich Scarlett in die Arme und fragte, ob alles in Ordnung war. Sie nickte nur kurz und wisch sich tapfer ihre Tränen weg.
„Wer war das?“, fragte ich sie.
„Mein Exfreund. Leon.“
„Hat er dir wehgetan?“
„Es geht schon. Danke dass du mich gerettet hast.“
„Komm, wir gehen jetzt rein. Beruhige dich erst einmal.“

Sonntag, 14. April 2013

KAPITEL 5

SCARLETT

Am selben Abend, noch bevor ich schlafen ging, rief ich meine Eltern an und versicherte ihnen das es mir gut ginge. Danach rief ich Vanessa an. „Endlich meldest du dich mal! Ich hab die ganze Zeit die Nachrichten verfolgt, nicht das dein Flugzeug doch abgestürzt ist“, meldete sie sich witzelnd am anderem Ende der Leitung. „Ja, ist ja gut. Mir geht es auch gut, danke der Nachfrage“, witzelte ich zurück und fuhr fort: „Ich hatte Heute eine Autopanne. Und ich habe jemanden kennengelernt“, „Wirklich? So schnell? Ich will auch so schnell Freunde finden wie du“, quängelte sie. „Egal, erzähl mir alles!“, sagte sie quietschend und ich fuhr fort: „Er ist Mechaniker, 19 Jahre alt uns ziemlich nett. Er hat vorgeschlagen mir morgen die Umgebung ein bisschen zu zeigen.“
„Ich freu mich für dich, du ich muss auflegen, wenn es was neues gibt meldest du dich!“, „Tu ich, bye“, sagte ich und legte auf. Danach legte ich mich ins Bett und dachte über Nico nach.
Er ist nett und scheint anständig. Solchen Menschen begegnet man selten. Oder ob er sich nur verstellt? Egal, ich werde es morgen herausfinden. Aber er erscheint ja ganz sympatisch.

Am nächsten Morgen schlief ich bis 12 Uhr aus, stand dann auf und machte mich fertig. Nachdem ich etwas gegessen hatte, war es schon 13 Uhr und ich hörte ein Auto vor der Tür parken. Ich schnappte meine Sachen und ging nach draußen. Vor mir stand ein Mercedes und Nico lächelte mich aus dem inneren an. Er stieg aus, begleitete mich auf die andere Seite und hielt mir wie ein Gentleman die Autotür auf. Nachdem ich mich hingesetzt hatte, und er auch neben mir Platz genommen hatte, sagte ich mit einer Engelsstimme: „Hey, und Danke fürs Abholen.“
„Kein Ding“, sagte er und fuhr los. „Gut geschlafen?“, fragte er mich und ich nickte, auch wenn ich nicht wusste ob er es sah, denn er schien sehr auf die Straße fixiert zu sein. „Wo fahren wir hin?“, fragte ich 10 Minuten später um diese lähmende Stille zu unterbrechen. „Ist eine Überraschung“, sagte er und zwinkerte mir zu. Nun begann ich zu lachen. Diese Stimmung ist einfach lächerlich. Ich fühlte mich bei fremden Menschen eigentlich nicht sehr wohl, und war auch sehr verschlossen, jedoch hatte ich bei ihm das Gefühl, ihm alles sagen zu können. So ergab es sich dann, dass wir die nächsten zwanzig Minuten lachten, redeten und uns dabei besser kennenlernten. Dann hielt er an einem Platz an und wir stiegen aus. Vor uns war eine große wunderschöne Landschaft. Wie eine richtige Safari. „Es ist wunderschön“, murmelte ich. Er nickte und starrte in die Ferne.
Plötzlich sah ich eine komische Bewegung ein paar Meter vor uns. Ich lief dort hin und erblickte eine Gazelle. Sie steckte mit ihrem Hinterbein in einer Bärenfalle.
Schnell lief ich zurück zum Jeep, Nico fragte mich was los sei und ich schilderte ihm die Lage. „Verdammt! Ich hab das Betäubungsgewehr nicht dabei! Ich muss Laura anrufen, sie muss herkommen“, sagte ich hastig und wählte ihre Nummer. Nicos Blick ging von mir zur Gazelle, dann starrte er teilnahmslos in die Ferne.
Ich erklärte Laura was hier los war und sie kam fünf Minuten später mit ein paar Männern. Diese betäubten die Gazelle, holten sie aus der Bärenfalle und verbanden ihre Wunde. Danach brachten sie sie in die Pension, um ihre Wunde genauer untersuchen zu können.
Ich ging zu Nico und versuchte seinen Blick aufzufangen, dieser war jedoch starr von mir weg gerichtet. „Ist alles klar?“, fragte ich ihn. Er sah etwas mitgenommen aus. „Jaja. Ich glaub ich sollte dich nach Hause fahren“, meinte er, stieg ins Auto und wartete bis ich neben ihm Platz nahm. „Oh, ich hab was vergessen. Dein Jeep ist wieder ganz. Ich bringe dich zu ihm, damit du mit ihm nach Hause fährst. Ich fahre vor, nicht das du dich verfährst“, sagte er mit ernster Mine. Ich nickte nur und es blieb den Rest der Fahrt still. Nachdem ich in meinen Jeep umgestiegen bin, fuhr Nico vor und ich ihm nach.

Als ich schließlich den Jeep vorm Bungalow geparkt hatte, winkte ich Nico zum Abschied und ging etwas essen. Danach machte ich mich fertig und schlief an diesem Abend wie ein Stein.

Ich schlief bis 13 Uhr aus und ja, ich bin ein extremer Langschläfer. Nachdem ich mich fertig gemacht, etwas gegessen und Vani auf den neusten Stand gebracht hatte, rief mich Nico um ca. 14:45 Uhr an und fragte mich, ob ich Zeit für ihn hätte und das er mich gleich abholen würde. Ich konnte also nicht widersprechen, nahm meine Sachen und ging schon mal raus. Ich wusste ja nicht wann genau er kommen würde. Also lehnte ich mich gegen den Jeep und wartete. Ich schloss die Augen um ein bisschen zu entspannen, doch eine vertraute Stimme holte mich aus meiner Entspannung. „Deine Eltern haben also nicht gelogen“, sagte die Person und ich zuckte zusammen. Ich öffnete meine Augen und sah Leon vor mir stehen. Im ersten Moment dachte ich, dass ich halluzinieren würde, doch als er weiter sprach bemerkte ich, dass ich in der Realität war. „Du machst einfach mit mir Schluss, mit dem Kerl, der dich zwei Jahre lang verehrt und lässt ihn einfach am letzten Schultag sitzen, um dann zwei Tage später nach Asien zu fliegen? Anscheinend hast du deinen Eltern nicht erzähl das wir getrennt sind, denn sie haben mir sofort gesagt wo du bist“, sagte er mit einem siegerischem Grinsen. „Was willst du hier? Hab ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt?“, fuhr ich ihn an. „Ich will dich. Nach wie vor. Ich liebe dich und ich werde dich auch bekommen“, es klang schon fast wie eine Drohung. „Aber du bekommst mich nicht. Und jetzt verschwinde!“, zischte ich ihn an und wollte zum Haus gehen, um ihn nicht mehr anschauen zu müssen, jedoch packte er meine Handgelenke und knallte diese gegen den Jeep. Ich war bewegungsunfähig, versuchte mich jedoch unter seinem Griff zu winden. Er war mir nur ca. zwei Zentimeter von meinem Gesicht entfernt und flüsterte mir ins Ohr: „Du gehörst mir! Und das weißt du genau!“
Ich bekam Panik, wusste nicht genau zu was Leon alles fähig war. Er war stark. Viel stärker als ich. Ich versuchte mich mehr zu winden, und schrie, in der Hoffnung, dass mich jemand hören würde. Aber Ich war in einer Sackgasse, wer sollte mich schon hören? Leon versuchte meinen Schrei zu dämpfen, in dem er seine Lippen auf meine drückte, wodurch ich noch mehr Panik bekam und versuchte mich zu befreien, jedoch vergeblichst...

Samstag, 13. April 2013

KAPITEL 4

NICO

Ein neuer Tag begann und die Sonnenstrahlen fielen mir ins Gesicht. Ich stand auf und trottete zum Fluss, um mich zu waschen und um zu trinken. Das Wasser war erfrischend kühl und ich wurde richtig wach. Moment, dachte ich. Verdammt, ich habe verschlafen! Viel zu spät bemerkte ich, dass ich heute mit Silas wieder in die Werkstatt musste. So schnell ich konnte rannte ich zur Arbeit.
Als ich nach drei Minuten total außer Atem ankam, hörte ich wie Silas sich mit jemandem unterhielt. „Ja, machen sie sich keine Sorgen, wir sind sofort bei Ihnen, wie war Ihr Name nochmal? Gut, bis Gleich!“, sagte Silas und legte auf. Er schrieb noch kurz etwas auf und kam auf mich zu. „Man, Nico. Da bist du ja endlich! Wenn Lucien erfährt dass du schon wieder zu spät bist, wirst du gefeuert!“ „Ist ja gut, aber der muss doch nicht unbedingt davon erfahren“, sagte ich und guckte meinen Freund erwartungsvoll an. „Ich verpfeife dich schon nicht, keine Sorge. Aber hier, wir haben einen Anruf von einer Frau erhalten, ihr Auto muss abgeschleppt werden, ungefähr sechs Kilometer von Eperbridge.“ Ich nickte nur kurz, nahm den Zettel entgegen und startete den Wagen.
Frau Milano, 6 km – Eperbridge, Jeep, las ich auf dem Zettel.
Typisch Silas, er sparte mit den Wörtern wo es nur ging. Aber diese Paar Informationen reichten mir aus und ich fuhr los. Heute war es wieder besonders heiß und ich öffnete ein Fenster. Die Luft war warm und es wehte ein leichter Wind.
Nach acht Minuten fahrt erblickte ich einen Wagen auf der gegenüberliegenden Spur. Ich hielt an und stieg aus dem Wagen. „Sie müssen Frau Milano sein“, rief ich und ging auf sie zu.
Sie drehte sich um und lächelte mich an. Wow, sie war wunderschön.
„Ja, ich hatte sie angerufen“, sagte sie und reichte mir ihre Hand. „So, wo liegt den Ihr Problem?“ Kurz dachte sie nach. „Ich weiß es nicht genau. Er stockte beim fahren und plötzlich hörte ich einen Knall. Dann blieb der Jeep stehen und ließ sich nicht mehr starten.“ „Dann lass mal sehen, äh darf ich dich Duzen? Ich finde dieses ganze Siezen voll nervig.“ Sie musste lachen und sagte: „Ja, finde ich auch. Mein Name ist übrigens Scarlett.“ „Ich heiße Nico“, sagte ich mit einem Lächeln im Gesicht. Schnell fand ich das Problem: „Es stimmt etwas nicht mit dem Kühler. Wir müssen zur Werkstatt um die Ursache zu finden und um es zu reparieren. Steig schon mal in den Wagen ein“

Während Silas den Kühler reparierte, unterhielt ich mich mit Scarlett.
„Ich komme aus Deutschland und ich beteilige mich hier am Tierschutz“, erzählte sie und ich nickte anerkennend. „Wow. Das finde ich sehr gut, hier in Asien gibt es besonders viele Wilderer, denen muss unbedingt das Handwerk gelegt werden.“ „Genau das finde ich auch“, sagte Scarlett und lächelte. „Ich kann Tiere nicht leiden sehen, besonders weil ich weiß, dass ich ihnen helfen kann!“
Silas rief mich zu sich rüber und ich half ihm. „Das bringt alles nicht, der Kühler muss gewechselt werden“, sagte Silas mit einem ernsten Gesichtsausdruck. Schnell ging ich ins Lager und schaute nach einem Kühler und brachte diesen zu Silas, der genau damit umzugehen wusste.
„Möchtest du ein Bier?“ Silas nickte nur und ich warf ihm eines rüber. Für Scarlett holte ich ein Wasser und ging zu ihr. Sie nahm es dankbar an und trank einen Schluck.
„Seit wann bist du denn schon hier in Asien?“, fragte ich neugierig. „Seit gestern“, antwortete Scarlett und trank noch einen Schluck Wasser. Insgeheim freute ich mich, dass sie sich hier noch nicht auskannte.
Nach zwanzig Minuten unterbrach Silas unser Gespräch und rief mich zu sich.
„So, ich wäre dann für meinen Teil fertig. Überprüf du ob es fährt und pump noch die Reifen auf. Ich gehe dann nach Hause, ich muss mich ums Abendessen kümmern. Wir sehen uns dann“, sagte er und verschwand.
Wie er gesagt hatte, fuhr ich den Jeep nach draußen uns stellte ihn dort ab. Wenn ich jetzt die Reifen noch aufpumpe, sehe ich Scarlett wahrscheinlich nie wieder.. Ich schaute mir den Wagen nachdenklich an. Nach einer Weile hörte ich Ihre Schritte von hinten und ich drehte mich Rasch um. „Der Kühler wurde gewechselt, aber es gibt noch ein kleines Problem mit der Kupplung. Wir müssen den Wagen über Nacht hier behalten. Wenn du möchtest fahre ich dich jetzt noch nach Hause.“ „Sehr Gerne, vielen Dank“, antwortete sie und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.
Wir stiegen in mein Auto und ich fragte, wo sie denn wohne. „In Eperbridge, Kasselstraße 4. Weißt du wo das liegt?“ Ich nickte kurz und fuhr los. Scarlett öffnete das Fenster auf der Beifahrerseite und der Wind wehte durch ihre Haare. Wie kann man nur so schön sein?
Ab und zu schaute ich zu ihr, dann wieder auf die Straße. Sie wirkte schüchtern. Ich versuchte das Schweigen zu brechen und begann ein Gespräch.
„Du sagtest dass du erst seit Gestern hier bist und ich dachte.. naja, vielleicht kann ich dir ja ein wenig die Umgebung hier zeigen?“
„Sehr gerne, ich würde mich freuen.“
„Wann hast du denn morgen Zeit?“
„Am besten am Nachmittag, so gegen 13:00 Uhr.“
„Gut, dann hole ich dich dann morgen ab. Ich wünsche dir noch einen schönen Abend, Scarlett.“
„Danke, den wünsche ich dir auch“, sagte sie und stieg aus dem Wagen. Ich sah noch wie sie sich umdrehte und mir winkte, dann fuhr ich zurück.

KAPITEL 3

SCARLETT

Durch ein Rütteln an meiner Schulter wurde ich schlagartig wach. Ich guckte entsetzt meine Sitznachbarin an, welche mich nun auch erschrocken anstarrte. „Entschuldige das ich dich geweckt habe, aber wir sind gelandet“, sagte sie und ihr Blick war nun amüsiert. „Oh, vielen Dank. Habe ich wirklich 12 Stunden lang geschlafen?“, „Ja“, sagte sie mit einem Lächeln, dann stand sie auf und verließ das Flugzeug. Nun stellte ich erschrocken fest, dass ich die letzte im Flugzeug war. Ich stand auf, packte meine Sachen und stieg aus. Das Wetter war sehr schön und es war warm, weshalb ich meine Jacke auszog. Dann ging ich zum Gepäckband und wartete, wie viele andere Menschen, auf mein Gepäck. Mit einem hellem Piepton und einer rot blinkenden Lampe, begann das Gepäckband sich fortzubewegen. Mein Koffer war der dritte. Ich nahm ihn und ging aus dem Flughafen raus, um mit ein Taxi zu suchen.
An einem großen Taxistand fand ich schließlich eins. Der Taxifahrer wirkte nett und er verstaute meinen Koffer im Kofferraum. „Wo geht es hin?“, fragte er nachdem ich eingestiegen war und ich antwortete: „Nach Eperbridge, Kasselstraße 4.“ Er fuhr los und ich lehnte mich in dem weichen Polster zurück. Ich starrte aus dem Fenster. Asien ist so schön...

Nach einer Stunde kamen wir an. Ich bezahlte den Mann und er stellte meinen Koffer neben mich ab. Danach stieg er wieder ins Taxi und fuhr fort. Vor mir war ein kleiner Bungalow. Von außen wirkte er freundlich und einladend. In dem Brief war der Schlüssel, mit dem ich die Tür öffnete. Der Bungalow hatte ein Bad, ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer mit einer Küchenecke. Alles wirkte freundlich und genau wie für mich gemacht. Ich packte meine Sachen aus und machte mich fürs Bett fertig, denn es war ja schließlich schon 23:30 Uhr. Nachdem ich mit duschen, Zähne putzen und umziehen fertig war, ließ ich mich ins große weiche Bett fallen. Alles ist so traumhaft hier, wie wohl mein Job wird?, dachte ich und versank ins Reich der Träume.

Um 11 Uhr wachte ich ausgeschlafen auf und ging in die Küche. Ich stellte zufrieden fest das der Kühlschrank gut gefüllt war und machte mir Spiegeleier. Nachdem ich gegessen und abgeräumt hatte, klingelte es an der Tür. Ich öffnete sie und vor mir stand eine junge Frau mit schwarzen Haaren, welche zu einem Zopf gebunden waren. Ich schätzte sie um die 20.
„Hallo, du musst Scarlett sein!“, begrüßte sie mich und reichte mir die Hand. „Ja, und sie müssen Laura sein“, sagte ich höflich und erwiderte den Handdruck.. „Genau so ist es. Bist du fertig? Dann würde ich dir gerne deine Ausrüstung zeigen“, ich nickte und folgte ihr nach draußen. Neben dem Bungalow war eine kleine Garage, welche ich gestern Abend nicht sah, da es zu dunkel war. Laura zog an einem Seil, das am Rand befestigt war, und das Tor öffnete sich mit einem lautem Quietschen. Zu sehen bekamen wir einen etwas älteren, tarnfarbenden Safari-Jeep mit einem ausfahrbarem Dach. Auch wenn er etwas älter war, war ich begeistert. Perfekt für diese Mission!
Laura wartete ruhig bis ich den Jeep ein paar mal umrundet hatte, und ging dann zu dem Kofferraum. Dort lagen zwei Waffen mit Munition und ein Verbandskasten. „Dieses hier“, sie hob das längere Gewehr von beiden hoch „ist das Betäubungsgewehr. Falls ein Tier verletzt ist, betäube es und bring es zur Tierpension, dort sind Ärzte welche ihm helfen können. Dieses hier“, sie zeigte auf die kleinere Waffe „ist um Wilderer zu verscheuchen. Schieß einfach in die Luft, es sind alles meistens Feiglinge, wenn nicht, schieß ihnen ins Bein.“
Ich nickte und sie zog ein Handy und einen Ausweis aus ihrer Tasche. „Auf dem Handy sind alle wichtigen Nummern gespeichert, meine auch, falls du Fragen hast. Und der hier ist dein Tierschützerausweis, falls du wirklich jemanden anschießt, der ein Tier jagt oder eins fangen will, bist du dazu berechtigt“, sagte sie und hielt mir die Gegenstände hin. Ich nahm diese an und sie fuhr fort: „Deine Aufgabe ist es ab und zu hier durch die Gegend zufahren, du hast auch ein Navi damit du dich nicht verfährst, und ein bisschen die Gegend abzuchecken. Aber pass auf, es gibt auch ein paar gefährliche Tiere hier in der Gegend, unterschätze sie nie. Wenn du nichts zu tun hast, kannst du auch zur Pension kommen, die übrigens auch in deinem Navi eingespeichert ist, und ein bisschen bei den Tieren helfen. Das wäre auch alles. Und wenn du Unterstützung brauchst, ruf mich an und wir helfen dir.“
Sie verabschiedete sich, wünschte mir viel Glück und verschwand.
Okay. Alles verstanden. Am besten ich fahre erst mal ein bisschen rum und erkunde die Gegend, dachte ich, schloss die Haustür ab und fuhr mit dem Jeep auf die Straße. Eperbridge war eine Sackgasse, weshalb ich erst mal die ganze Zeit geradeaus fuhr. Nach ca. 6 Kilometern fing der Jeep an zu stocken und plötzlich hörte ich einen Knall. Der Jeep rollte noch aus und blieb dann stehen. Er ließ sich nicht mehr starten und so stieg ich aus und öffnete die Motorhaube. Mir kam viel Rauch entgegen, dem ich schnell auswich um ihn nicht einzuatmen, und ich blickte verzweifelt hinein. In einem Notfall hatte ich doch alle wichtigen Handynummern eingespeichert, erinnerte ich mich und zog mein Handy aus der Tasche. Ich guckte unter Kontakten und fand eine Nummer mit dem Namen „Lucien's Mechanik“.
Am anderem Ende der Leitung meldete sich ein junger Mann. Ich beschrieb ihm meine Lage und er sagte, dass gleich jemand da sei. So lehnte ich mich gegen den Jeep und genoss die Sonne.

KAPITEL 2

NICO


Es war ein stink normaler Tag, also so wie immer. Wie immer war die Werkstatt leer, nur Silas war hier mit mir, für den Fall, dass uns doch noch jemand brauchen würde. Wir saßen draußen im Schatten und rauchten. „Und, wie läuft es mit Mila?“, fragte Silas nebenbei. „Wie sollte es schon laufen“, ich musste kurz überlegen. „Genau genommen läuft da nichts.“ Silas war mein bester Kumpel, mit ihm konnte ich über all' das reden, was die anderen nicht verstehen würden. „Wie, da läuft nichts?“, er schaute mich an. In seinem Blick lag eine Mischung aus Neugier und Erstaunen. „Ich liebe sie einfach nicht“, ich lehnte mich zurück und schaute in die ferne. „Ich weiß, ich kann nichts tun, aber ich glaube das Mädchen dass ich suche, ist nicht hier. Noch nicht.“ Er musterte mich genau und nuschelte etwas, was ich nicht verstand. „Glaubst du das wirklich? Aber pass auf, Lucien darf das nicht raus finden. Das gäbe nur unnötigen Stress. Du weißt ja wie er drauf ist.“ Wo Silas Recht hat, hat er Recht. Bei Lucien musste immer alles nach Plan laufen. Er schob gerne Stress, das konnte er am besten. Nein, das war das Einzige was er konnte. Aber es half nichts, Lucien ist stärker als alle anderen, sogar stärker als ich.
Es war Mittag und wir schwiegen vor uns hin, Silas hatte sich seine Kappe über sein Gesicht gelegt und döste.
Nach scheinbar unendlich langen zehn Minuten, kam dann endlich ein Mann vorbei, der uns zuwinkte. Ich stieß Silas in die Seite und er schreckte auf. Mehr als ein verschlafenes „Hm“ brachte er nicht raus. Ich stand auf und ging auf den Mann zu. „Kann ich ihnen behilflich sein?“, fragte ich ihn. Der Mann schaute erst zu mir, dann zu meinem Kumpel, der erst jetzt realisierte, dass wir einen Kunden hatten. „Gott sei Dank habe ich eine Werkstatt gefunden. Mein Auto ist liegen geblieben und ich habe einen Platten. Es steht sechs Kilometer weiter, ich brauche wirklich unbedingt ihre Hilfe!“, der Mann sah völlig fertig aus und bekam kaum noch Luft. „Alles Klar. Wir schauen uns ihr Auto mal an“, sagte ich zum Fremden und richtete dann mein Wort an Silas: „Hol den Wagen, wir haben zu tun!“.
Wir brachten das Auto, wenn man diesen Schrotthaufen so nennen könnte, in die Werkstatt und schauten erst mal unter die Motorhaube. Qualm stieg uns entgegen und ich fing an zu husten.
„Silas, übernimm du das, ich schaue dann schon mal nach einem passendem Ersatzreifen.“ Aber erst ging ich zum Kühlschrank und holte drei Bier raus. Ich bot dem Mann ein Bier an und gab das andere Silas. „Mein Name ist übrigens Frank. Danke.“ Er nahm die Dose Bier freudig entgegen. „Nico, und mein Kumpel da heißt Silas.“ Ich schaute nach einem passendem Ersatzreifen und wechselte diesen. Ich tankte den Wagen noch voll auf und Silas war auch gerade fertig geworden. Wir machten noch die Fenster und Spiegel sauber und setzten uns dann auf noch ein Bier. Frank bedankte sich und bezahlte, dann fuhr er weiter. Nach Kasachstan wollte er, wenn ich ihn richtig verstanden hatte.
Der Abend trat an und wir räumten die Werkstatt auf.
Wie auch jeden Abend tauchte Lucien auf und kontrollierte, ob wir mit allem fertig waren.
„Gut gemacht Jungs“, er nickte uns zu und gab uns unseren Lohn. „Ach und Nico, du kümmerst dich heute um das Abend essen!“ So wie er gekommen war, verschwand er auch wieder.
Silas klopfte mir auf die Schulter und verschwand ebenfalls.

KAPITEL 1 [Anfang des ersten Buches]

SCARLETT

Mal wieder neigte sich ein scheinbar endloser Schultag dem Ende zu. „Bald haben wir es geschafft'“, sagte Vanessa aufheiternd. Ich fand die Schule in letzter Zeit einfach zu langweilig, ich wollte etwas neues erleben, raus aus Deutschland. Aber dies ist nicht das einzige, was meine miese Stimmung erklärte. Ich musste mit Leon Schluss machen. Ich ertrug es einfach nicht mehr, wie er mit anderen Mädchen flirtete und ich liebte ihn nicht mehr. Er verletzte mich mehr, als er mir gut tun sollte. Komm schon, er liebt dich doch auch nicht mehr, versuchte ich mir den ganzen Tag einzureden. Er will doch die Ferien Spaß haben, da braucht er so eine Klette wie dich nicht. Ich realisierte nicht, dass mich Vanessa etwas gefragt hatte, was ich an ihrem fragenden Gesichtsausdruck bemerkte. „Was?“, „Was du in den Ferien vor hast, hab ich dich gefragt. Hörst du mir überhaupt einmal zu?“, „Es tut mir leid, ich mache mir nur viele Gedanken weil ich mit Leon Schluss machen muss. Ich hab noch nichts wirkliches vor, was soll man hier denn auch schon machen?“, meine ich und gucke sie schuldbewusst an. „Das ist eine gute Frage, und ich verstehe dich, aber ich muss los. Nachher oder so melde ich mich“, sagte sie und umarmte mich zum Abschied. Ich murmelte etwas wie 'Tschüss' und ging zu Leons Schließfach.
Leon war früher ein netter Mensch gewesen. Ich kenne ihn seit wir fünf waren. Wir waren immer unzertrennlich und vor zwei Jahren fragte er mich, ob ich mit ihm zusammen sein möchte. Es war ein wunderschöner Tag.
Aber seit neustem versuchte er cool zu sein, was ihm als Fußballspieler unserer Schule auch gut gelang. Ich tippe ihm auf die Schulter und er zog erschrocken seinen Kopf aus dem Schließfach. „Na meine Süße? Alles klar?“, fragte er und gab mir einen Kuss auf die Wange. So Sachen, wie es mir zum Beispiel geht, interessierten ihn überhaupt nicht. Er mochte es wenn man direkt auf den Punkt kommt, und genau das tat ich nun. „Wir müssen reden“, sage ich in einem ernsten Tonfall. Er guckte mich erschrocken an, denn er war es nicht gewöhnt, dass ich so mit ihm rede.
„Klar, was gibt es?“, nun hatte ich seine ganze Aufmerksamkeit. „Ich ertrage es einfach nicht mehr. Du merkst doch selbst... dass das mit uns keine Zukunft hat...“, brachte ich stockend über meine Lippen. Ich hasste es, über solche Themen zu reden. Es schmerzt mich selbst, natürlich, immerhin war er meine große Liebe. Aber ich liebte den alten Leon. Denjenigen, der scheinbar nicht mehr existierte. Ich hatte es ihm oft gesagt, jedoch änderte sich nichts.
„Du machst mit mir Schluss?“, in seinen Augen sah ich Entsetzen mit einer Mischung aus Wut. Ich hatte schon Angst, dass er mich schlagen würde als er seine Faust hob, doch diese landete auf einer Schließfachtür neben uns, wo eine große Delle blieb. „Sei doch ehrlich, du bist besser ohne mich dran. Nun kannst die Ferien deinen Spaß haben und ich meinen“, versuchte ich ihn zu beruhigen. Jedoch vergeblich. „Verdammt! Das kannst du nicht machen! Ich liebe dich! Bitte“, nun war er verzweifelt. „Denkst du mich mache das gern? Es muss sein, selbst ich habe das eingesehen, tu du das bitte auch“, ich war den Tränen nah. „Bitte, tu das nicht, es muss nicht so sein“, meinte er nur und sackte zusammen. Ich hielt das nicht mehr aus, sagte noch so was wie eine Entschuldigung, welche man wegen meiner zitternden Stimme kaum verstand, und rannte weinend aus der Schule, direkt nach Hause.

Zuhause angekommen, schmiss ich mich auf mein Bett und versuchte mich zu beruhigen. Du musstest das tun. Er hat dir nur geschadet und du musst auch mal an dich selbst denken! Eigentlich bin ich eine sehr ruhige, schüchterne Person, aber irgendwann muss man auch mal Grenzen setzen. Ich stand auf und ging zu meiner Kommode, wo alle Bilder von mir, Vani und Leon waren. Wir waren gute Freunde, auch wenn Vani Leon nicht besonders mochte. Sie ertrug ihn meinetwegen.
Ich schaute mir alle Bilder an: Wir beim picknicken, wir im Schwimmbad, bei einem Konzert und viele mehr. Das waren so schöne Zeiten, doch Leon hat alles kaputt gemacht.
Ich nahm jedes einzelne Bild, riss sie auseinander und schmiss sie weg. Ich wollte einen Neuanfang. Auch wenn ich hier festsaß.
Nachdem ich mich beruhigt hab, rief mich meine Mutter zum Essen und ich ging runter an den Tisch. Als meine Mutter und mein Vater auch Platz nahmen, bemerkte ich ihr Grinsen, auch wenn sie sich bemühten, normal zu schauen. „Ist was?“, fragte ich gereizt. „Nein Liebling“, sagte meine Mutter und nun grinste sie mich richtig an. „Wieso grinst ihr dann so?“, „Es ist eine Überraschung“, sagte mein Vater und begann zu essen. Die sollen endlich sagen was los ist! „Ich hab keinen Appetit, also, was ist die Überraschung?“, sagte ich, schob meinen Teller von mir weg und meine Mutter schien nur auf diesen Satz gewartet zu haben, denn sie sprang schon auf und verschwand in der Küche. Einen kurzen Moment später kam sie mit einem kleinen Briefumschlag zurück und hielt ihn mir unter die Nase. Nun war meine Neugier geweckt und ich öffnete geschickt den Umschlag, woraus ich einen Zettel heraus zog. Diesen faltete ich auf und las laut vor: „Sehr geehrte Frau Milano, wir freuen uns ihnen Mitzuteilen, dass sie am 30.04 einen Monat nach Asien kommen dürfen, um sich an dem Tierschutz zu beteiligen. Wir danken ihnen für ihre Bewerbung, und wir freuen und immer über neue Helfer. Sie haben eine kleine Wohnung in Eperbridge, und ein zur Verfügung gestelltes Auto. Am 31.04 werden sie Besuch von Laura Stilari bekommen, welche ihnen alles erklärt. Bis bald, der TierschutzAlpha.“
Ich stockte und versuchte zu verarbeiten was ich gerade gelesen hatte, während meine Mutter und mein Vater mir gratulierten. Dann begann ich zu quitschen, zu hüpfen und zu jubeln! Ich glaubs nicht! Sie haben mich angenommen! Und Morgen früh fliege ich schon! Genau die richtige Zeit um hier abzuhauen. „Oh mein Gott! Ich muss Vani anrufen! Ich hab ja jetzt sowieso Ferien, oh das wird so toll!“, rief ich begeistert und rannte in mein Zimmer, wobei ich hastig Vanis Nummer wählte. Nachdem ich ihr alles erklärt hatte, gratulierte sie mir und wünschte mir eine gute Reise. Ich habe ihr versprochen mich ab und zu zu melden und legte auf. Dann begann ich meine Sachen zu packen und versuchte danach schlafen zu gehen, was mit so viel Aufregung, ziemlich schwer war.

Am nächsten Morgen wachte ich total verschlafen um 11 Uhr auf. Ich konnte mich nicht mehr erinnern wann ich eingeschlafen war und stand mit wackeligen Beinen auf, um mich fertig zu machen. Um 11:30 Uhr saß ich mit meinem Vater und meiner Mutter im Auto auf dem Weg zum Flughafen. Sie wollten mich unbedingt fahren um sich zu verabschieden. Vor dem Flughafen hievte ich meinen Koffer aus dem Kofferraum und bekam ganz viele Umarmungen und Küsse von meiner Mutter und eine feste Umarmung von meinem Vater. Sie waren sehr stolz auf mich, das wusste ich, weil sie es mir immer wieder sagten.
Als Einzelkind hatte ich es eigentlich immer einfach. Tolle Eltern, gute Freunde und ich war auch nicht sehr schlecht in der Schule. Ich machte gerade Abitur, aber ich liebte Tiere und wollte schon immer etwas für sie tun. Ich habe in fast jedem Sommer beim Tierarzt geholfen, wodurch ich in einem Notfall weiß, was zu tun ist.
Am Flughafen war es relativ voll, aber ich schaffte es um 12 Uhr in meinem Flieger zu sitzen, wo ich einen Platz am Fenster hatte. Neben mir saß eine junge Frau welche in einer Zeitschrift blätterte. Ich war total aufgeregt, aber ich war ebenfalls sehr müde, wodurch ich, mit dem Kopf am kühlen Fenster, auch schnell einschlief.

wichtigste Personen (erstes Buch)

-Scarlett (Scar,18, macht Abitur)
-Nico (19, Automechaniker in Ausbildung)
-Leon (19, Exfreund von Scar, arbeitet am Kiosk seines Vaters)
-Vanessa (Vani, 18, beste Freundin von Scarlett, macht Abitur)
-Silas (19, bester Freund von Nico, Automechaniker)
-Mila (17, Bekannte von Nico)
-Felicitas (Feli, 18, beste Freundin von Nico)
-Lucien (21)
-Ariane (Ari, 13, Schwester von Nico)

-Marianne & Jakob Milano (Eltern von Scarlett)
-Salio (Großvater von Nico)