Ich versuchte normal zu fahren, das
gelang mir jedoch nicht sehr gut, da meine Augen mit Tränen benetzt
waren. Ich gab es auf und hielt am Straßenrand an. Ich konnte nicht
mehr, das war einfach zu viel. Wieso immer ich? WIESO?! Wie konnte
ich nur so naiv sein. Ich kenne ihn doch überhaupt nicht. Aber ich
hab ihn gern.. Wie gern, weiß ich nicht aber er bedeutet mir sehr
viel.. Wieso hab ich ihn nie gefragt ob er eine Freundin hat? Das hab
ich nun davon. Schön gemacht Scar. Nun muss ich mir wenigstens keine
Gedanken mehr machen ob ich ihn liebe oder nicht. Ist doch nun eh
egal. Und dieses Mädchen.. Sie hat mich mit ihren Blicken wohl töten
wollen. Sie war geschockt und schien.. eifersüchtig.
Ich wurde durch das
Klingeln meines Handys aus meinen Gedanken gezerrt. Ich schaute aufs
Handy. 'Nico' zeigte das Display an. Ich drückte ihn weg. Ich konnte
gerade nicht reden. Und auf jeden Fall nicht mit ihm. Eine Minute
später rief er mich erneut an und ich drückte ihn weg. Dies
wiederholte sich fünf mal bis ich mein Handy endgültig
ausschaltete.
Ich wischte mir die
Tränen weg, versuchte wieder klar zukommen, doch meine Gedanken
fuhren Achterbahnen. Ich schmiss das Handy auf den Sitz und lehnte
mich an den Jeep. Ich betrachtete die Gegend. Es ist wunderschön
hier.. Aber kaum bin ich hier, passiert mir so viel schreckliches.
Leon taucht wieder auf, ich scheine mich in einen Typen zu verlieben
der eine Freundin hat und ich habe noch kein einziges mal bei der
Tierpension vorbeigeschaut um zu helfen. Das sollte ich vielleicht
mal nachholen, dachte ich, stieg wieder in den Jeep und gab die
Adresse von der Tierpension ins Navi ein.
Eine viertel Stunde
später kam ich an der Tierpension an. Ich parkte den Jeep neben zwei
weiteren Autos und ging hinein. Hinter einer Theke erblickte ich
Laura, welche aufschaute und lächelte. „Scarlett! Schön dich zu
sehen. Willst du ein bisschen helfen?“, fragte sie mich und kam
hinter der Theke hervor. Ich nickte und folgte ihr einen kleinen Flur
entlang. Hinter einer silbernen Tür ging es in den Garten in dem
viele Zwinger standen. In ca. 5 von 10 Zwingern waren Hunde drin.
„Hier gibt es viele Hunde die einfach ausgesetzt werden. Das sind
wenige von ihnen, da dies eine kleinere Pension ist. Wir haben die
ersten 3 schon seit sie Welpen waren, sie hören auf die Namen die an
den Käfigen stehen und sie sind gut erzogen. Sie verstehen sich auch
miteinander, die anderen beiden haben wir jedoch seit kurzem. Sie
scheinen Geschwister zu sein und sie sind sehr scheu. Du kannst mit
ihnen trainieren und sie pflegen. Wenn sie gut erzogen sind, ist es
leichter sie zu vermitteln. Es gibt auch eine Menge Leute die uns
unterstützen und auch manchmal Tiere adoptieren. Also beschäftige
dich einfach irgendwie mit ihnen“, sagte Laura und ich nickte.
Nachdem sie mir gezeigt hat wo das Futter und die Spielsachen lagen, nahm ich eine
Handvoll Leckerlies und ging zu einem von den beiden Käfigen wo
Laura meinte, dass sie neu hier waren. In dem Käfig erblickte ich
eine braun-weiß gefleckte Hündin, welche mit wedelndem Schwanz auf
mich zu kam. Sie steckte die Nase vorsichtig durch die Gitterstäbe
und ich hielt meine Hand hin. Nachdem sie mich beschnuppert hatte,
öffnete ich den Käfig auf dem 'Luna' stand und sie tapste heraus um
mich noch mal vorsichtig zu beschnuppern. Ich hielt ihr ein Leckerli
hin welches sie gierig annahm und ich fragte mich ob sie genug zum
Fressen bekamen. Luna ging ein Schritt zurück und starrte mich an.
Ich streichelte sie langsam über den Kopf, um sie nicht zu
erschrecken und spielte ein bisschen mit ihr, was mit einem scheuen
Hund recht schwierig war.
Nach ca. einer
Stunde war ich kaputt und dachte mir, dass es eine schöne Ablenkung
war. Ich brachte Luna noch etwas Wasser und brachte sie zurück in
ihren Käfig.
Später
verabschiedete ich mich von Laura und fuhr nach Hause.
Ich kuschelte mich
in eine warme Decke und setzte mich mit dem Laptop aufs Sofa. Der
vertraute, durchdringende Ton von Skype drang in meinen Kopf. Meine
Eltern waren online und ich stellte einen Videochat her.
„Schatz! Es ist schön das du dich meldest! Wie geht es dir? Wie ist das Wetter?“, fragte meine Mutter aufgeregt und rief meinen Vater zu sich.
„Schatz! Es ist schön das du dich meldest! Wie geht es dir? Wie ist das Wetter?“, fragte meine Mutter aufgeregt und rief meinen Vater zu sich.
„Mir geht es gut
und das Wetter ist fantastisch“, antwortete ich und mir fiel ein,
dass ich etwas klarstellen musste.
„Mum, ich bin
nicht mehr mit Leon zusammen! Wenn er euch nach irgendeiner
Information über mich fragt, bitte sagt ihm nichts“, sagte ich und
erinnerte mich daran, wie er mich gegen das Auto gepresst hatte und
sofort lief mir ein Schauer über den Rücken.
„Oh! Das wussten wir nicht, entschuldige“, sagte sie und schaute mich mitfühlend an. Ich überlegte ob ich ihr von Nico erzählen sollte, ließ es jedoch nachdem was passiert war.
„Oh! Das wussten wir nicht, entschuldige“, sagte sie und schaute mich mitfühlend an. Ich überlegte ob ich ihr von Nico erzählen sollte, ließ es jedoch nachdem was passiert war.
Ich unterhielt mich
noch ein bisschen mit meinem Vater der nun auch ins Bild kam und
legte ca. eine Stunde später auf.
Nun
saß ich da. Hatte alle informiert das es mir gut geht und doch geht
es mir schlecht. Ich konnte einfach nicht aufhören über ihn
nachzudenken. So schnappte ich mir mein Handy und schaltete es wieder
ein. „3 verpasste Anrufe von Nico mit Mailboxnachrichten“, stand
auf dem Display. Ich hielt den Atem an, wählte die Mailbox und als
seine Stimme ertönte, atmete ich wieder aus. „Scar,
bitte hör mich an! Ich kann dir wirklich alles erklären! Bitte, gib
mir eine Chance es dir in Ruhe zu erklären.. Ruf mich zurück!
Nico.“ Ich war den Tränen nahe, trotzdem hörte ich mir die zweite
Nachricht an: „Scarlett, bitte. Lass und reden. Du bist mir sehr
wichtig.. Ruf doch zurück, verzeih mir!“, sagte er. Ich
bin ihm wichtig? Augenblicklich
musste ich wieder daran denken, wie viel er mir bedeutete. Nun weinte
ich. Ich weinte weil ich das Gefühl hatte, dass alles zerstört wäre
und mein Leben ein Scherbenhaufen war.
Ich
versuchte ruhig zu atmen, was mir jedoch schwer fiel, da die Tränen
einfach nicht aufhören wollte zu fließen. „Dritte Nachricht“,
sagte das Sprachband als ich die dritte Nachricht abhörte.
„Scarlett? Es tut mir Leid, okay? Es tut mir Leid! Aber ich liebe
Mila nicht, ich liebe dich! Hörst du? Ich liebe dich!“ Mir stockte
der Atem. Ich wollte die Wörter festhalten, sie nie mehr loslassen.
Kann
ich ihm trauen? Wenn er sie nicht liebt.. Wieso hat sie ihn dann
geküsst? Wieso ist er dann anscheinend mit ihr zusammen? Werde ich
doch nur verarscht? Das Leben ist so kompliziert.. Er bedeutet mir
sehr viel... Verdammt – ich liebe ihn, ok?!, Versuchte
ich mir selbst klar zu machen.
Dagegen kann ich nichts tun... und wenn er die Wahrheit spricht..?
Wie schwer soll das Leben noch werden? Ich komme nach Asien und dann
passiert das. In so kurzer Zeit hat er es geschafft, sich in mein
Herz zu mogeln. Innerhalb 3 Tagen.
Ich
wischte mir die Tränen weg, versuchte mich zusammen zu reißen und
wählte seine Nummer. „Scarlett! Gott sei Dank..“
„Ich
gebe dir die Chance es mir zu erklären. Triff mich am Rand des
Berges. An der Stelle wo er am Wald angrenzt“, schnitt ich ihn das
Wort ab. Ich versuchte meine Stimme fest und kräftig klingen
zulassen, jedoch zitterte sie bei jedem Wort. „Wann?“, fragte er
und ich antwortete: „In zehn Minuten.“ Danach legte ich auf,
machte mich fertig indem ich mir die Haare kämmte und mir alle
Tränen wegwischte bis ich wieder normal aussah, ging danach zum Jeep
und fuhr zur vereinbarten Stelle.
Als
ich zehn Minuten später ankam, saß Nico schon im Gras am Rand des
Berges. Vor ihm lag der Wald. Ich stieg aus und ging zu ihm. Als ich
mich neben ihn ins Gras fallen ließ, schaute er mir in die Augen. In
ihnen lag soviel Verständnis, Trauer und... Liebe.
Ich konnte es einfach in seinen Augen lesen. Er hat nicht gelogen.
„Hey..“, sagte ich. „Hey... Du hast alle Nachrichten
abgehört?“, fragte er vorsichtig. Ich nickte und er senkte seinen
Blick.
Einen
Moment später schaute er mich wieder an und ich fragte: „Du
wolltest es mir erklären? Dann erklärs mir.“
„Mila
ist mir seit der Kindheit versprochen. Unsere Eltern haben dies
bestimmt und ich kann nichts dagegen sagen. Sie liebt mich... ich sie
aber nicht. Ich weiß nicht wie ich es ihr sagen soll, aber ich
liebe... dich. Es hat keinen Sinn wenn ich weiterhin mit ihr zusammen
sein würde, mein Herz gehört ihr nicht... Ich werde es ihr Heute
noch sagen, ich wollte nur, dass du Bescheid weißt“, sagte er und
schaute mir in die Augen. Ich wand meinen Blick ab und starrte auf
den Wald. Vielleicht
wäre das der passende Moment um ihm auch meine Gefühle zu sagen?
„Ich ...“, begann ich, wurde jedoch unterbrochen, weil Nico
plötzlich meinen Namen schrie und ich einen stechenden Schmerz an
der Schulter spürte. Ich war so konzentriert auf Nico, dass ich die
Umgebung vergessen hatte. So bemerkte ich nicht wie ein Tiger über
mich hinweg sprang und mich im Flug kratzte. Ich schrie erschrocken
auf und drückte mit einer Hand auf die Wunde. Der Tiger war ein Stück
vor uns gelandet, drehte sich nun um und fauchte mich an.
Mit
vor Angst geweiteten Augen starrte ich den Tiger an. Ich kannte
ihn... Sie war die Tigerin die ich vor den Wilderern gerettet hatte.
Nico sprang auf und stellte sich vor mich. Die Tigerin fauchte weiter
und schlug ein paar mal mit den Krallen in die Luft. Hat
Nico den gar keine Angst?,
dachte ich verwirrt und starrte auf Nico der ungerührt vor mir
stehen geblieben war. Plötzlich kam aus dem Wald eine andere
Tigerin, sie war dunkler und ein bisschen größer als die, die uns
anfauchte.
Ich
nahm an das sie der anderen helfen wollte uns anzugreifen, diese
griff jedoch die Hellere an. Sie waren wild am kämpfen, Nico
schwankte ein bisschen, blieb jedoch vor mir stehen. Die Tigerinnen
kämpften weiter. Anscheinend trieb die Dunkle die Helle von uns weg.
Ich blieb einfach sitzen, hielt den Atem an und hatte Angst mich zu
bewegen. Die Dunkle schlug der Hellen auf den Kopf, fauchte sie an
und schlug weiter. Ich glaubte keine Krallen zu sehen, aber die Helle
fauchte die Dunkle wütend an, warf uns noch einen funkelnden Blick
zu, machte kehrt und rannte davon. Die Dunkle drehte sich zu uns um,
setzte sich hin, leckte ich ein paar mal über die Tatze und schaute
uns an. Ich war mir nicht sicher, aber ich glaubte Nico nicken
gesehen zu haben, denn kurz darauf machte auch die Dunkle kehrt und
lief in dieselbe Richtung wie die Helle. Ich stand vorsichtig auf,
immer noch die Hand auf die Wunde gepresst die nun blutete, und ging
zu Nico. Er schien in Gedanken versunken, als er mich jedoch
bemerkte, drehte er sich um und schloss mich in seine Arme. Dabei
drückte er auf meine Wunde, wobei ich schmerzhaft die Luft einzog.
Schlagartig ließ er mich los und sagte: „Entschuldige. Bist du
schwer verletzt?“, „Nein, es geht schon. Tut halt nur noch ein
bisschen weh. Was war das gerade?“, ich deutete in die Richtung in
die die Tiger verschwunden waren. „Ich... ich weiß es nicht. Du
solltest nach Hause fahren. Am Besten sollten wir vergessen was hier
gerade geschehen ist. Diese Natur werde ich nie verstehen. Du musst
deine Wunde versorgen und ich werde mit Mila reden und mich bei dir
melden“, sagte er und schob mich in die Richtung meines Jeeps. Ich
wollte ihm nicht widersprechen und blieb also still. Ich setzte mich
in meinen Wagen, schnallte mich an und schaute Nico in die Augen.
„Ist wirklich alles ok?“, fragte er mich und ich nickte. Ich war
im Moment unfähig etwas zusagen. War wie gelähmt von dem Schock.
Dann fuhr ich mit dem Jeep auf die Straße nach Hause.
Wieso
hab ich immer so viel Pech?! Ich wollte ihm gerade sagen was ich
empfinde, aber vielleicht sollte er es doch vorher lieber mit Mila
klären. Wie kommt es nur, dass mich plötzlich ein Tiger umbringen
will? Wir sollen Tiger schützen, aber irgendwie glaube ich nicht,
dass sie so viel Schutz nötig haben... Verdammt! Die Wunde brennt
höllisch! Gut das ich gleich Zuhause bin. Aber ist den auch alles
mit Nico in Ordnung? Er schien geschockt und verwirrt... Genauso wie ich...
tolle geschichte bis jetzt ich hoffe ihr schreibt bald weiter:*
AntwortenLöschenja. Heute oder Morgen um 21 Uhr geht es wieder weiter. (: & Danke. (:
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