NICO
Ein neuer Tag begann und die Sonnenstrahlen fielen mir ins Gesicht.
Ich stand auf und trottete zum Fluss, um mich zu waschen und um zu
trinken. Das Wasser war erfrischend kühl und ich wurde richtig wach.
Moment, dachte ich. Verdammt, ich habe verschlafen!
Viel zu spät bemerkte ich, dass ich heute mit Silas wieder in die
Werkstatt musste. So schnell ich konnte rannte ich zur Arbeit.
Als ich nach drei Minuten total außer Atem ankam, hörte ich wie
Silas sich mit jemandem unterhielt. „Ja, machen sie sich keine
Sorgen, wir sind sofort bei Ihnen, wie war Ihr Name nochmal? Gut, bis
Gleich!“, sagte Silas und legte auf. Er schrieb noch kurz etwas auf
und kam auf mich zu. „Man, Nico. Da bist du ja endlich! Wenn Lucien
erfährt dass du schon wieder zu spät bist, wirst du gefeuert!“
„Ist ja gut, aber der muss doch nicht unbedingt davon erfahren“,
sagte ich und guckte meinen Freund erwartungsvoll an. „Ich
verpfeife dich schon nicht, keine Sorge. Aber hier, wir haben einen
Anruf von einer Frau erhalten, ihr Auto muss abgeschleppt werden,
ungefähr sechs Kilometer von Eperbridge.“ Ich nickte nur kurz,
nahm den Zettel entgegen und startete den Wagen.
Frau Milano, 6
km – Eperbridge, Jeep, las ich
auf dem Zettel.
Typisch
Silas, er sparte mit den Wörtern wo es nur ging. Aber diese Paar
Informationen reichten mir aus und ich fuhr los. Heute war es wieder
besonders heiß und ich öffnete ein Fenster. Die Luft war warm und
es wehte ein leichter Wind.
Nach
acht Minuten fahrt erblickte ich einen Wagen auf der
gegenüberliegenden Spur. Ich hielt an und stieg aus dem Wagen. „Sie
müssen Frau Milano sein“, rief ich und ging auf sie zu.
Sie
drehte sich um und lächelte mich an. Wow, sie war
wunderschön.
„Ja,
ich hatte sie angerufen“, sagte sie und reichte mir ihre Hand. „So,
wo liegt den Ihr Problem?“ Kurz dachte sie nach. „Ich weiß es
nicht genau. Er stockte beim fahren und plötzlich hörte ich einen
Knall. Dann blieb der Jeep stehen und ließ sich nicht mehr starten.“
„Dann lass mal sehen, äh darf ich dich Duzen? Ich finde dieses
ganze Siezen voll nervig.“ Sie musste lachen und sagte: „Ja,
finde ich auch. Mein Name ist übrigens Scarlett.“ „Ich heiße
Nico“, sagte ich mit einem Lächeln im Gesicht. Schnell fand ich
das Problem: „Es stimmt etwas nicht mit dem Kühler. Wir müssen
zur Werkstatt um die Ursache zu finden und um es zu reparieren. Steig
schon mal in den Wagen ein“
Während
Silas den Kühler reparierte, unterhielt ich mich mit Scarlett.
„Ich
komme aus Deutschland und ich beteilige mich hier am Tierschutz“,
erzählte sie und ich nickte anerkennend. „Wow. Das finde ich sehr
gut, hier in Asien gibt es besonders viele Wilderer, denen muss
unbedingt das Handwerk gelegt werden.“ „Genau das finde ich
auch“, sagte Scarlett und lächelte. „Ich kann Tiere nicht leiden
sehen, besonders weil ich weiß, dass ich ihnen helfen kann!“
Silas
rief mich zu sich rüber und ich half ihm. „Das bringt alles nicht,
der Kühler muss gewechselt werden“, sagte Silas mit einem ernsten
Gesichtsausdruck. Schnell ging ich ins Lager und schaute nach einem
Kühler und brachte diesen zu Silas, der genau damit umzugehen
wusste.
„Möchtest
du ein Bier?“ Silas nickte nur und ich warf ihm eines rüber. Für
Scarlett holte ich ein Wasser und ging zu ihr. Sie nahm es dankbar an
und trank einen Schluck.
„Seit
wann bist du denn schon hier in Asien?“, fragte ich neugierig.
„Seit gestern“, antwortete Scarlett und trank noch einen Schluck
Wasser. Insgeheim freute ich mich, dass sie sich hier noch nicht
auskannte.
Nach
zwanzig Minuten unterbrach Silas unser Gespräch und rief mich zu
sich.
„So,
ich wäre dann für meinen Teil fertig. Überprüf du ob es fährt
und pump noch die Reifen auf. Ich gehe dann nach Hause, ich muss mich
ums Abendessen kümmern. Wir sehen uns dann“, sagte er und
verschwand.
Wie
er gesagt hatte, fuhr ich den Jeep nach draußen uns stellte ihn dort
ab. Wenn ich jetzt die Reifen noch aufpumpe, sehe ich
Scarlett wahrscheinlich nie wieder..
Ich schaute mir den Wagen nachdenklich an. Nach einer Weile hörte
ich Ihre Schritte von hinten und ich drehte mich Rasch um. „Der
Kühler wurde gewechselt, aber es gibt noch ein kleines Problem mit
der Kupplung. Wir müssen den Wagen über Nacht hier behalten. Wenn
du möchtest fahre ich dich jetzt noch nach Hause.“ „Sehr Gerne,
vielen Dank“, antwortete sie und ich konnte mir ein Grinsen nicht
verkneifen.
Wir
stiegen in mein Auto und ich fragte, wo sie denn wohne. „In
Eperbridge, Kasselstraße 4. Weißt du wo das liegt?“ Ich nickte
kurz und fuhr los. Scarlett öffnete das Fenster auf der
Beifahrerseite und der Wind wehte durch ihre Haare. Wie
kann man nur so schön sein?
Ab
und zu schaute ich zu ihr, dann wieder auf die Straße. Sie wirkte
schüchtern. Ich versuchte das Schweigen zu brechen und begann ein
Gespräch.
„Du
sagtest dass du erst seit Gestern hier bist und ich dachte.. naja,
vielleicht kann ich dir ja ein wenig die Umgebung hier zeigen?“
„Sehr
gerne, ich würde mich freuen.“
„Wann
hast du denn morgen Zeit?“
„Am
besten am Nachmittag, so gegen 13:00 Uhr.“
„Gut,
dann hole ich dich dann morgen ab. Ich wünsche dir noch einen
schönen Abend, Scarlett.“
„Danke,
den wünsche ich dir auch“, sagte sie und stieg aus dem Wagen. Ich
sah noch wie sie sich umdrehte und mir winkte, dann fuhr ich zurück.
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