NICO
Ich glaub das einfach nicht! Na
warte Mädchen, wenn ich dich gleich sehe wird hier die Hölle los
sein! Wut stieg in mir auf. So schnell ich nur konnte sprintete
ich zum Rudel, wo ich Mila fand. Feindselig knurrte ich sie an und
sie schrack zurück. Mit großen Augen schaute sie mich an. Ich sah
Furcht. Was sah sie in mir, dass sie so große Angst hatte? Ich
deutete ihr mit mir zu kommen und wir verließen den Dschungel. Am
Flussufer blieben wir dann stehen und ich umkreiste sie. Mila nahm
ihre Menschliche Gestalt an und fiel vor mir zu Boden. Sanft
versuchte sie mir über mein borstiges Fell zu streicheln, doch ich
gab ein so bedrohliches Knurren von mir, dass sie zusammenzuckte.
Auch ich wurde nun Mensch und wollte schon auf sie los gehen, doch
stattdessen kickte ich nur ein paar Steine weg und fuhr mir durch
meine Haare.
„Mila, was verdammt hast du dir nur
dabei gedacht?!“, schrie ich sie an und sie machte einen Schritt
zurück. „Was sollte ich denn sonst noch machen?“, sagte sie
unter Tränen. „Ich liebe dich Nico! Du bist mein Verlobter! Denkst
du es ist leicht für mich zu sehen, wie ein anderes Mädchen sich an
dich ran schmeißt?“, sagte sie weinend und ich konnte sehen, wie
schwer es ihr fiel das zu sagen. „Aber deshalb musst du sie ja
nicht gleich umbringen!“, schrie ich sie erneut an und stand immer
noch unter Schock. „Das hätte ich dir niemals zugetraut Mila“,
sagte ich nun etwas ruhiger und mit ernster Miene. Sie versuchte ihre
Tränen zu unterdrücken, was ihr aber nicht gelang.
„Es ist aus, Mila. Hörst du? Es ist
aus mit uns“, fuhr ich fort und sie starrte mich an. Ich sah, wie
ein stechender Schmerz durch sie hindurch drang und sie starrte mich
erschrocken an. „Was?“, fragte sie mit piepsender Stimme, in der
Hoffnung, ich würde meine Meinung ändern. „Aber..“, erneut
liefen ihr Tränen die Wangen runter. „Nein Mila, und schau mich
nicht so an. Das was du getan hast kann ich dir einfach nicht
verzeihen. Ich liebe Scarlett, nicht dich“, sagte ich kalt und sah,
wie Mila weinend zusammenbrach. Eine Weile blieb ich so stehen und
schwieg, während Mila Stück für Stück zerbrach. „Wieso? Nico,
sag mir wieso?“, brach sie das Schweigen und schaute mich mit ihren
verheulten Augen an. Darauf hatte ich keine Antwort. „Wieso?“,
fragte sie etwas lauter. Wie gelähmt starrte ich sie an. „Wieso?“,
wiederholte sie mit kräftiger Stimme. In diesem Moment kam ein
weiterer Tiger, welcher mich bedrohlich an knurrte. Es war Silas, mein
Kumpel. Aber er war nicht auf meiner Seite, sondern auf Milas. Ich
hatte keine Angst vor Silas, auch nicht, wenn er mir als Tiger
überlegener war. Böse funkelte ich ihn an und er legte sich
schützend vor Mila, welche immer noch in Tränen versank. Mila
fasste Silas vorsichtig ans Fell, wahrscheinlich aus Angst, dass er
sie doch noch jeden Moment umdrehen und beißen würde. Doch das tat
er nicht. Ruhig blieb er liegen und schaute sie an. Ihr Blick war
leer. Als sie mich wieder anschaute und ich sie, fing Silas an zu
knurren. Ich verstand, ich war hier nicht erwünscht, also drehte ich
mich um und ging.
Doch kaum hatte ich ein paar Schritte
gemacht, stand auch Mila auf.
„Nico!“, rief sie. Mittlerweile
hatte sie sich etwas beruhigt, ihre Stimme klang laut und
ausdruckslos. „Lass gut sein Mila“, sagte ich mit einem kurzen
Blick zurück und ging weiter. „Du kannst mich nicht verlassen! Wir
sind verlobt, weißt du noch?“, sagte sie siegesicher, doch ich
ließ mich nicht davon beeindrucken. „Na und? Wie willst du mich
davon abhalten mich von dir zu trennen?“, konterte ich und drehte
mich um. Kurz standen wir uns so gegenüber. Zwischen uns befand sich
eine große Lücke. Es war aber nicht nur Distanz, sondern auch
Sicherheit.
„Ich gehe zu Lucien“, sagte sie nun
und ihre Stimme zitterte erneut. Silas schreckte auf und starrte sie
durchdringend an. Ich sah wie eine Schockwelle durch ihren Körper
floss. Anscheinend konnte sie es selbst nicht glauben was sie da eben
gesagt hatte. „Das wagst du nicht“, sagte ich nun etwas
erschrocken. Kurz zuckten ihre Mundwinkel nach oben. Nein, ich
darf ihr nicht zeigen, dass ich Angst hatte, denn Lucien konnte
grausam sein.. Ich schüttelte
nur den Kopf und ging.
Am
späten Nachmittag hatte sich Milas Drohung erfüllt. Als ich zurück
in Richtung Dschungel trottete, erwartete mich Lucien bereits – als
Mensch. Er wirkte zornig und sein Blick tötend. Weiter hinten sah
ich Felicitas, die vorsichtig aus dem Gebüsch hervor lugte.
„Wo
warst du?“, fragte er und verschränkte seine Arme vor der Brust.
Ich blieb stehen. Sie hatte es also doch getan, dachte
ich und konnte es nicht glauben. „Wo warst du?!“, seine Stimme
überschlug sich und ich zuckte zusammen. „Weißt du worauf du dich
da grade einlässt?“, fragte er mich und machte einen Schritt auf
mich zu. „Ich frage dich nur ein einziges mal. Stimmt das was Mila
mir eben berichtet hatte?“, fragte er eindringlich. „Ja“, sagte
ich und nickte zur Bekräftigung meiner Aussage. Wenn ich mich nicht
Irrte, sah ich kurz etwas in seinen Augen aufblitzen, es sah aus wie
Feuer. „Noch nie hat jemand sich gewagt, dem Gesetz zu
wiedersetzten!“, sagte er aufgebracht. „Dann wurde es langsam mal
Zeit!“ Ich musste schlucken. Hatte ich das eben wirklich
zu Lucien gesagt? Er war
sprachlos. „Deine Gesetzte kannst du dir sonst wohin stecken!“,
schrie ich ihn an und es fühlte sich gut an. Auch wenn ich grade
angst um mein Leben hatte, tat es gut. Luciens Gesicht lief rot vor
Wut an und er war kurz vorm losschreien. Als sich sein schreien in
ein lautes, furchterregendes Brüllen verwandelte, fing auch ich an
zu brüllen. Er fletschte seine scharfen Zähne und wir umkreisten
uns gegenseitig, ohne den Blick voneinander abzuwenden. Ich begann
ein knurren von mir zu geben und er erwiderte es. Scheiße,
was mache ich hier?, dachte ich
und versuchte meine Angst zu unterdrücken.
Lucien
musste meine Angst spüren, denn sein grollen wurde lauter und sein
Blick giftiger. Plötzlich sprang er mich an und ich dachte er will
mich umbringen. Rasch sprang ich auf Seite und konnte so verhindern,
dass er mir ins Genick biss. Erneut versuchte er sich auf mich zu
stürzen, aber mir gelang es ihn abzurollen und bekam nur ein paar
Kratzer ab. Ich ahnte schon, er würde nicht eher aufhören zu
kämpfen, bis einer von uns – also ich – am Boden lag. Eigentlich
war Lucien ja ein netter Kerl, aber auch sehr aggressiv. Wenn
ich schon sterbe, dann wenigsten erst wenn ich alles versucht habe,
versuchte ich mir einzureden und
baute mich bedrohlich vor Lucien auf. Dann überrannte ich ihn und
meine scharfen Krallen verfingen sich in seinem Vorderbein. Nach ein
paar Sekunden stand ich wieder gerade und Lucien versuchte sich
ebenfalls aufzurappeln. Offensichtlich hatte ich ihm eine tiefe Wunde
verpasst, denn diese fing an zu bluten und Lucien konnte nicht mehr
richtig auftreten. Ehe er mich wieder angreifen konnte, sprang
Felicitas zwischen uns und genau das war meine Möglichkeit zu
fliehen.
Ich
hörte noch wie Sie brüllte und ich blieb stehen. „Kommst
du wieder?“, fragte sie. „Ich
weiß es nicht“, sagte ich und
lief weiter.
Wann schreibt ihr weiter? Meeega spannend :D echt toll geschrieben
AntwortenLöschenWir schreiben Heute um 21 Uhr weiter. (: Steht auf in Info. & Vielen Dank von uns beiden :D
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