Mal wieder neigte sich ein scheinbar
endloser Schultag dem Ende zu. „Bald haben wir es geschafft'“,
sagte Vanessa aufheiternd. Ich fand die Schule in letzter Zeit
einfach zu langweilig, ich wollte etwas neues erleben, raus aus
Deutschland. Aber dies ist nicht das einzige, was meine miese
Stimmung erklärte. Ich musste mit Leon Schluss machen. Ich ertrug es
einfach nicht mehr, wie er mit anderen Mädchen flirtete und ich
liebte ihn nicht mehr. Er verletzte mich mehr, als er mir gut tun
sollte. Komm schon, er liebt dich doch auch nicht mehr,
versuchte ich mir den ganzen Tag einzureden. Er will doch die
Ferien Spaß haben, da braucht er so eine Klette wie dich nicht.
Ich realisierte nicht, dass mich Vanessa etwas gefragt hatte, was ich
an ihrem fragenden Gesichtsausdruck bemerkte. „Was?“, „Was du
in den Ferien vor hast, hab ich dich gefragt. Hörst du mir überhaupt
einmal zu?“, „Es tut mir leid, ich mache mir nur viele Gedanken
weil ich mit Leon Schluss machen muss. Ich hab noch nichts wirkliches
vor, was soll man hier denn auch schon machen?“, meine ich und
gucke sie schuldbewusst an. „Das ist eine gute Frage, und ich
verstehe dich, aber ich muss los. Nachher oder so melde ich mich“,
sagte sie und umarmte mich zum Abschied. Ich murmelte etwas wie
'Tschüss' und ging zu Leons Schließfach.
Leon war früher ein netter Mensch
gewesen. Ich kenne ihn seit wir fünf waren. Wir waren immer
unzertrennlich und vor zwei Jahren fragte er mich, ob ich mit ihm
zusammen sein möchte. Es war ein wunderschöner Tag.
Aber seit neustem versuchte er cool zu
sein, was ihm als Fußballspieler unserer Schule auch gut gelang. Ich
tippe ihm auf die Schulter und er zog erschrocken seinen Kopf aus dem
Schließfach. „Na meine Süße? Alles klar?“, fragte er und gab
mir einen Kuss auf die Wange. So Sachen, wie es mir zum Beispiel
geht, interessierten ihn überhaupt nicht. Er mochte es wenn man
direkt auf den Punkt kommt, und genau das tat ich nun. „Wir müssen
reden“, sage ich in einem ernsten Tonfall. Er guckte mich
erschrocken an, denn er war es nicht gewöhnt, dass ich so mit ihm
rede.
„Klar, was gibt es?“, nun hatte ich seine ganze Aufmerksamkeit. „Ich ertrage es einfach nicht mehr. Du merkst doch selbst... dass das mit uns keine Zukunft hat...“, brachte ich stockend über meine Lippen. Ich hasste es, über solche Themen zu reden. Es schmerzt mich selbst, natürlich, immerhin war er meine große Liebe. Aber ich liebte den alten Leon. Denjenigen, der scheinbar nicht mehr existierte. Ich hatte es ihm oft gesagt, jedoch änderte sich nichts.
„Klar, was gibt es?“, nun hatte ich seine ganze Aufmerksamkeit. „Ich ertrage es einfach nicht mehr. Du merkst doch selbst... dass das mit uns keine Zukunft hat...“, brachte ich stockend über meine Lippen. Ich hasste es, über solche Themen zu reden. Es schmerzt mich selbst, natürlich, immerhin war er meine große Liebe. Aber ich liebte den alten Leon. Denjenigen, der scheinbar nicht mehr existierte. Ich hatte es ihm oft gesagt, jedoch änderte sich nichts.
„Du machst mit mir Schluss?“, in
seinen Augen sah ich Entsetzen mit einer Mischung aus Wut. Ich hatte
schon Angst, dass er mich schlagen würde als er seine Faust hob,
doch diese landete auf einer Schließfachtür neben uns, wo eine
große Delle blieb. „Sei doch ehrlich, du bist besser ohne mich
dran. Nun kannst die Ferien deinen Spaß haben und ich meinen“,
versuchte ich ihn zu beruhigen. Jedoch vergeblich. „Verdammt! Das
kannst du nicht machen! Ich liebe dich! Bitte“, nun war er
verzweifelt. „Denkst du mich mache das gern? Es muss sein, selbst
ich habe das eingesehen, tu du das bitte auch“, ich war den Tränen
nah. „Bitte, tu das nicht, es muss nicht so sein“, meinte er nur
und sackte zusammen. Ich hielt das nicht mehr aus, sagte noch so was
wie eine Entschuldigung, welche man wegen meiner zitternden Stimme
kaum verstand, und rannte weinend aus der Schule, direkt nach Hause.
Zuhause angekommen, schmiss ich mich
auf mein Bett und versuchte mich zu beruhigen. Du musstest das
tun. Er hat dir nur geschadet und du musst auch mal an dich selbst
denken! Eigentlich bin ich eine
sehr ruhige, schüchterne Person, aber irgendwann muss man auch mal
Grenzen setzen. Ich stand auf und ging zu meiner Kommode, wo alle
Bilder von mir, Vani und Leon waren. Wir waren gute Freunde, auch
wenn Vani Leon nicht besonders mochte. Sie ertrug ihn meinetwegen.
Ich schaute mir
alle Bilder an: Wir beim picknicken, wir im Schwimmbad, bei einem
Konzert und viele mehr. Das waren so schöne Zeiten, doch Leon hat
alles kaputt gemacht.
Ich nahm jedes
einzelne Bild, riss sie auseinander und schmiss sie weg. Ich wollte
einen Neuanfang. Auch wenn ich hier festsaß.
Nachdem
ich mich beruhigt hab, rief mich meine Mutter zum Essen und ich ging
runter an den Tisch. Als meine Mutter und mein Vater auch Platz
nahmen, bemerkte ich ihr Grinsen, auch wenn sie sich bemühten,
normal zu schauen. „Ist was?“, fragte ich gereizt. „Nein
Liebling“, sagte meine Mutter und nun grinste sie mich richtig an.
„Wieso grinst ihr dann so?“, „Es ist eine Überraschung“,
sagte mein Vater und begann zu essen. Die sollen endlich
sagen was los ist! „Ich hab
keinen Appetit, also, was ist die Überraschung?“, sagte ich, schob
meinen Teller von mir weg und meine Mutter schien nur auf diesen Satz
gewartet zu haben, denn sie sprang schon auf und verschwand in der
Küche. Einen kurzen Moment später kam sie mit einem kleinen
Briefumschlag zurück und hielt ihn mir unter die Nase. Nun war meine
Neugier geweckt und ich öffnete geschickt den Umschlag, woraus ich
einen Zettel heraus zog. Diesen faltete ich auf und las laut vor:
„Sehr geehrte Frau Milano, wir freuen uns ihnen Mitzuteilen, dass
sie am 30.04 einen Monat nach Asien kommen dürfen, um sich an dem
Tierschutz zu beteiligen. Wir danken ihnen für ihre Bewerbung, und
wir freuen und immer über neue Helfer. Sie haben eine kleine Wohnung
in Eperbridge, und ein zur Verfügung gestelltes Auto. Am 31.04
werden sie Besuch von Laura Stilari bekommen, welche ihnen alles
erklärt. Bis bald, der TierschutzAlpha.“
Ich
stockte und versuchte zu verarbeiten was ich gerade gelesen hatte,
während meine Mutter und mein Vater mir gratulierten. Dann begann
ich zu quitschen, zu hüpfen und zu jubeln! Ich glaubs
nicht! Sie haben mich angenommen! Und Morgen früh fliege ich schon!
Genau die richtige Zeit um hier abzuhauen. „Oh
mein Gott! Ich muss Vani anrufen! Ich hab ja jetzt sowieso Ferien, oh
das wird so toll!“, rief ich begeistert und rannte in mein Zimmer,
wobei ich hastig Vanis Nummer wählte. Nachdem ich ihr alles erklärt
hatte, gratulierte sie mir und wünschte mir eine gute Reise. Ich
habe ihr versprochen mich ab und zu zu melden und legte auf. Dann
begann ich meine Sachen zu packen und versuchte danach schlafen zu
gehen, was mit so viel Aufregung, ziemlich schwer war.
Am nächsten Morgen
wachte ich total verschlafen um 11 Uhr auf. Ich konnte mich nicht
mehr erinnern wann ich eingeschlafen war und stand mit wackeligen
Beinen auf, um mich fertig zu machen. Um 11:30 Uhr saß ich mit
meinem Vater und meiner Mutter im Auto auf dem Weg zum Flughafen. Sie
wollten mich unbedingt fahren um sich zu verabschieden. Vor dem
Flughafen hievte ich meinen Koffer aus dem Kofferraum und bekam ganz
viele Umarmungen und Küsse von meiner Mutter und eine feste Umarmung
von meinem Vater. Sie waren sehr stolz auf mich, das wusste ich, weil
sie es mir immer wieder sagten.
Als Einzelkind
hatte ich es eigentlich immer einfach. Tolle Eltern, gute Freunde und
ich war auch nicht sehr schlecht in der Schule. Ich machte gerade
Abitur, aber ich liebte Tiere und wollte schon immer etwas für sie
tun. Ich habe in fast jedem Sommer beim Tierarzt geholfen, wodurch
ich in einem Notfall weiß, was zu tun ist.
Am Flughafen war es
relativ voll, aber ich schaffte es um 12 Uhr in meinem Flieger zu
sitzen, wo ich einen Platz am Fenster hatte. Neben mir saß eine
junge Frau welche in einer Zeitschrift blätterte. Ich war total
aufgeregt, aber ich war ebenfalls sehr müde, wodurch ich, mit dem
Kopf am kühlen Fenster, auch schnell einschlief.
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