Mittwoch, 17. April 2013

KAPITEL 7

SCARLETT

Nachdem wir rein gegangen waren, setzte ich mich auf das Sofa und Nico setzte neben mich. Er guckte mich nachdenklich an während ich am ganzem Leib zitterte. Wie kann Leon mir das nur antun? Ich dachte ich bedeute ihm was. Oh Gott, wie konnte ich nur so falsch liegen?! Gut das Nico da war, was wäre sonst passiert? Ich will es gar nicht wissen. Und dann hat er mich auch noch geküsst.. Es war nur flüchtig, aber trotzdem fühlte es sich.. richtig an. Nicht so wie früher bei Leon. Geschweige denn von dem aufgezwungenen Kuss vorhin. Ich will im Erdboden versinken. Wie viel bedeute ich Nico überhaupt? Ich sollte es einfach vergessen, immerhin war es ein Notfall.
Nico stand auf und kam mit einer Decke wieder, welche er um mich wickelte. Dann zog er mich in seine Arme und strich mir übers Haar, während er mich fragte: „Besser?“
Ich nickte nur und kuschelte mich ein. Er lehnte sich zurück und schloss die Augen. Nach ca. 10 Minuten spürte ich seinen gleichmäßigen Atem und auch ich schlief langsam ein.

Am nächsten Tag wachte ich in Nicos Armen auf. Er atmete noch ruhig und gleichmäßig, also nahm ich an der er noch schlief und ging leise zur Küchenecke um ihn nicht zu wecken. Ich machte Spiegeleier mit Toast und ging damit zu Nico. Vorsichtig schüttelte ich an seiner Schulter und er schlug die Augen auf. Lächelnd fragte ich ihn: „Na, gut geschlafen?“
Er setzt sich aufrecht hin und meint: „Sollte ich nicht dich das fragen?“
Ich setzte mich neben ihn und gab ihm das Frühstück. „Womit hab ich das den verdient?“, fragte er mich mit einem Grinsen im Gesicht. „Dafür, dass du bei mir warst und mir geholfen hast“, ich lächelte zurück. „Das war doch selbstverständlich“, sagte er und zwinkerte mir zu.
Ich betrachtete Nico. Seine Haare hatten eine Sturmfrisur, welche am Ansatz sehr dunkel war und sonst braun bis dunkelbraun. Er hatte hell grüne Augen aus denen er mich nun anstrahlte. Ich lächelte und zuckte zusammen als es an der Tür klingelte. Auch Nico schien erschrocken. Ich hielt einen Moment inne, stand dann auf und ging zur Tür. Es ist ganz bestimmt nicht Leon. Der würde sich doch nicht mehr hier blicken lassen, dachte ich hoffnungsvoll und machte die Tür auf. Vor mir stand der andere Mechaniker von damals. Ich glaube er hieß Silas. „Hallo. Entschuldigung das ich so früh störe. Aber ist Nico hier?“, fragte er. „Ähm.. Ja“, sagte ich und musterte ihn. Er hatte hell braune kurze Haare und hell braune Augen. Ich drehte mich um und ging zu Nico, Silas wartete an der Tür. „Da ist jemand für dich“, sagte ich und Nicos Miene wurde ernst. „Ich denke ich muss gehen“, sagte Nico und umarmte mich. „Wenn etwas ist, du kannst dich immer bei mir melden!“, murmelte er in mein Ohr und drückte mich für eine Sekunde fester ans sich, jedoch nicht so als könnte er mich verletzen, eher so als wäre ich aus Glas und er hätte Angst mich zu zerbrechen. Dann hielt er mich eine Armlänge von sich entfernt, musterte mich als ob ich jeden Moment zusammenbrechen könnte und ging dann zur Tür.
Silas funkelte ihn böse an, packte ihm am Arm und zog ihn mit sich. Während Nico weggezogen wurde, packte er mit einer Hand die Tür und zog diese zu.
Wahrscheinlich ist er zu spät zur Arbeit, dachte ich und ging mich anziehen.
Nachdem ich fertig war ging ich zum Jeep und fuhr ein bisschen durch die Gegend. Plötzlich sah ich ein paar Wilderer, welche einen großen Käfig trugen. Dort drin befand sich eine helle Tigerin mit hell braun-rötlichen Augen. Sie fauchte und schlug kräftig mit dem Schwanz. Ich hielt an, stieg aus und packte die Waffe. Damit schoss ich in den Himmel, worauf die Wilderer erschrocken den Käfig fallen ließen. Ich zielte auf sie um sie zu verscheuchen, was mir auch gut gelang. Sie ließen den Käfig einfach liegen, rannten zu ihm Auto und fuhren im Eiltempo weg.
Ich nahm das Betäubungsgewehr und ging damit zum Käfig. Die Tigerin guckte mich mit vor Schreck aufgerissen Augen an und ich schoss ihr ins Becken, worauf hin sie umfiel und anfing zu schlafen. Ich machte den Käfig auf, zog die Tigerin raus und untersuchte sie. Sie war unverletzt, hatte jedoch ein paar filzige Stellen im Fell, welche wahrscheinlich vom Käfig verursacht wurden. Ich holte eine Bürste, zog ihr den Betäubungspfeil raus, kämmte ihr Fell bis es wieder schön glatt war und streichelte ihr einmal über die Schnauze. Sie ist wunderschön, dachte ich. Danach ging zu meinem Auto und fuhr nach Hause.

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