Ich ging in den Bungalow, schloss die
Tür hinter mir und ließ mich auf den Boden sinken. Jetzt ist er
weg... Werde ich ihn wieder sehen? Natürlich, er macht mir schon
Angst... aber da ist etwas... etwas was ich nicht verstehe. Es ist
so, als hätte er mich verstanden.
Und was ist eigentlich mit Nico?
Wollte er sich nicht melden nachdem er mit Mila gesprochen hat? Was
soll dieser Mist?! Kann es sein... Hat er mich doch nur verarscht?!
Ich wischte mir ein paar Tränen weg, stand auf und ging wieder raus.
Vielleicht sollte ich mal ein bisschen durch die Gegend
fahren? Ich wollte mich einfach
ablenken lassen.
Auf
dem Weg zum Auto hörte ich Schritte hinter mir. Ich drehte mich um, in der Hoffnung das es Nico wäre und starrte Leon an. Sofort fing ich an zu zittern, ließ meine
Stimme jedoch stark und fest klingen als ich sprach: „Verschwinde! Sofort!“
Ein
ekelhaftes Grinsen bildete sich in seinem Gesicht. „Wer will mich den
wegscheuchen? Du? Das ich nicht lache“, sagte er und lachte
sarkastisch. Dann blickte er mich wieder an, ich war schon am Jeep
angelangt und stützte mich an der Wagentür. „Was willst du von
mir?“, flüsterte ich. „Ist das nicht verständlich?“, sagte er
und sein Blick ging über meinen Körper. „Dich.“
Nun
ging alles ganz schnell. Verzweifelt versuchte ich die Wagentür aufzumachen, er
kam jedoch zu schnell zu mir, packte mich am Hals und hob mich hoch.
Ich bekam keine Luft mehr, taumelte in der Luft und versuchte mit meinen Händen seinen Griff zu lockern. Dann wurde alles verschwommen, ich stieß noch einen erstickten Schrei aus als sich meine Augenlider schlossen und ich in Ohnmacht fiel. Ich spürte noch wie ich auf den Boden aufschlug und dann wieder gepackt wurde...
Ich bekam keine Luft mehr, taumelte in der Luft und versuchte mit meinen Händen seinen Griff zu lockern. Dann wurde alles verschwommen, ich stieß noch einen erstickten Schrei aus als sich meine Augenlider schlossen und ich in Ohnmacht fiel. Ich spürte noch wie ich auf den Boden aufschlug und dann wieder gepackt wurde...
„Hey, ich stehe vor deiner Tür.
Vanni ist auch schon hier, kommst du raus?“, fragte mich Leon durchs Handy, ich
antwortete mit 'Ja', legte auf und ging runter. Wir wollten Heute picknicken gehen. Ich war nun seit drei Wochen mit Leon zusammen und
es war wunderbar.
Ich sprang die Treppen hinunter,
verabschiedete mich von meinen Eltern und ging raus.
Vanni saß auf
den Rücksitzen und Leon kam mit entgegen. „Na mein Schatz“,
begrüßte er mich und küsste mich. Danach hielt er mir die Tür
auf, und nachdem ich Platz genommen hatte, setzte er sich auf den
Fahrersitz und fuhr los. Ich war der glücklichste Mensch der Welt.
Auf dem Weg schaute Leon mich immer aus dem Augenwinkel an und ich
lächelte. „Hört auf so viel zu turteln! Ich komme mir da ja gar
nicht einsam vor!“, rief Vanni und wir mussten lachen.
Wir kamen an einer großen Wiese an,
welche am Waldrand lag. Leon breitete die Picknickdecke aus und Vanni
und ich schossen und den Ball hin und her. Wir waren nicht gerade die
unsportlichsten und Leon war ein Gentleman. Außerdem liebte er es, uns zu zugucken. „Mädels, kommt ihr?“, rief Leon und wir kamen.
Es gab einen Erdbeerkuchen und eine Wassermelone.
Nachdem wir uns satt gegessen
hatten, lehnte ich mich an Leon und genoss die Sonne. Er strich mir
die Haare auf dem Gesicht und drückte mir einen Kuss auf die Wange.
Ich lächelte ihn an und schreckte zusammen, als Vanni aufsprang und
zur Kamera lief. „Lasst uns ein Foto machen, für tolle
Erinnerungen!“, sagte sie und strahlte. Ich lächelte, sie stellte
die Kamera auf und sprang zu uns um auch noch auf das Bild zu passen.
Wir schnitten Grimassen und schauten uns danach das Bild an.
Zu dieser Zeit war noch alles
perfekt...
Plötzlich
versuchte ich nach Luft zu schnappen, spuckte Wasser und Blut und
musste feststellen, das mir jemand Wasser über den Kopf geschüttelt hatte. Ich versuchte die Augen zu
öffnen, was mir nur mit Schmerzen gelang, Um mich herum war es
dunkel. Die Wände waren aus Holz, daraus schloss ich, dass ich mich
in einem Holzschuppen befand. Leon war schlau, wahrscheinlich war
ich mitten auf einem Feld wo man mich nicht findet...
Meine Arme und
Beine lagen ausgestreckt in Ketten, welche an der Wand befestigt
waren. Es war zwar dunkel, und doch konnte ich Leon wahrnehmen. Er
saß in der gegenüberliegenden Ecke. „Wieso?“, krächzte ich.
Nun stand er auf und kam auf mich zu. Ich wollte automatisch
zurückweichen, stieß aber nur mit den Kopf gegen die Wand. Leon
stand nun vor mir und mustert mich. Meine Kleider waren zerrissen und
meine Haare waren in einen Zopf gebunden welchen ich mir vorhin
gemacht hatte. „Weil ich dich nicht verlieren will“, sagte Leon.
„Kennst du das Sprichwort 'wenn du sie liebst, lass sie gehen'?“,
fragte ich ihn und funkelte ihn böse an. „Wir wissen beide das ich nichts von Sprichwörtern halte. Deine neue Bekanntschaft
ist gefährlich. Er hatte etwas in seinem Blick... ich kann es nicht
erklären. Hier bist du sicher“, sagte er. „Sicher?! Ist das dein
Ernst?! Und außerdem ist er nicht der Gefährliche von euch!“,
schrie ich ihn an und mir kamen die Tränen. Plötzlich klingelte
mein Handy in meiner Hosentasche. Leon musterte mich, packte dann in
meine Hosentasche und zog mein Handy raus. „Willst du noch ein paar
letzte Worte an ihn sagen?“, sagte Leon sarkastisch und zeigte mein Handydisplay. Nico. Mein Vater war Erfinder. Ich hatte ein spezielles Handy von ihm bekommen. Leon wusste nicht, wie man mein Handy bediente und nahm versehentlich ab. Erst als ich
„Nico!“, schrie, realisierte Leon was er getan hatte und war mein
Handy gegen die gegenüberliegenden Wand worauf es in tausend
Teilchen zersprang.
Ich spürte den
Geschmack von Salz, als meine Tränen meinen Mund erreichten und ich bemerkte, dass ich Hunger und Durst hatte. „Ich werde gehen Liebes, aber ich komme nachher wieder. Du weißt, dass
ich nur das Beste für dich will“, sagte Leon und ging zur Tür.
„Du bist doch krank! Was ist nur mit dir passiert?!“, schrie ich
und erinnerte mich an den Picknicktag. Verdammt!
Wie konnte sich alles so entwickeln?,
fragte ich mich. Leon blieb in der Tür stehen und ich erhaschte
einen Blick nach draußen. Savannengras.
Ich hatte Recht. Ich
bin mitten im Nirgendwo. Leon dreht sich kurz zu mir um bevor er ging
und murmelte noch: „Du weißt, dass ich dich liebe, Scar! Wir sind
für einander bestimmt... Und das weißt du!“
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